Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 29 - 19.05.2021

Risikogruppen schützen – DGB Bayern lehnt verfrühte Aufhebung der Impfpriorisierung ab

Di Pasquale: „Solidarisch bleiben, bis ausreichend Impfstoff für alle Impfwilligen vorhanden ist!“

Anlässlich der Pläne der Bayerischen Staatsregierung, die Impfpriorisierung bei den niedergelassenen Ärzten bereits ab morgen komplett aufzuheben, erklärt Verena Di Pasquale, stellvertretende Vorsitzende des DGB Bayern: „Wir unterstützen das Ziel, möglichst bald allen Impfwilligen ein Impfangebot zu machen, um die Pandemie rasch einzudämmen. Solange jedoch nicht ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht, sollte an der auf Basis wissenschaftlicher Empfehlungen festgelegten Priorisierung von Risikogruppen festgehalten werden. Es ist in unser aller Interesse, dass diejenigen vorrangig geschützt werden, die aufgrund ihrer persönlichen Situation, ihres Alters, ihres Berufs oder aus gesundheitlichen Gründen einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind.“

Di Pasquale zufolge würden nach wie vor viele Menschen aus Priorisierungsgruppe 3 auf ein Impfangebot warten. „Sowohl die Kommunen wie auch die Vertreter*innen der Ärzteschaft beklagen seit Wochen, dass Impfstoff an allen Ecken und Enden fehlt. Entsprechend der Vorgaben der Bayerischen Staatsregierung werden die bayerischen Impfzentren in den kommenden Wochen kaum noch Erstimpfungen durchführen können, damit ausreichend Impfstoff für die anstehenden Zweitimpfungen zur Verfügung steht. Dass die Staatsregierung dennoch die Priorisierung für alle Impfstoffe bereits ab morgen aufheben will, ist ein falsches Signal, das an vielen Stellen zu Enttäuschungen führen wird.“

Bei Impfstoffknappheit führe eine Aufhebung der Priorisierung laut Di Pasquale nicht dazu, dass rasch mehr Menschen geimpft werden können. Vielmehr sei eine noch stärkere Konkurrenz um die vorhandenen Impftermine die Folge, was soziale Konflikte und Ungleichheit noch verschärfen würde. „Nach fast eineinhalb Jahren ist klar: Wir können die Pandemie nur zusammen überwinden. Daher gilt es jetzt auch beim Thema Impfungen solidarisch zu bleiben, bis ausreichend Impfstoff für alle Impfwilligen vorhanden ist“, so Di Pasquale abschließend.


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