Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 24 - 29.04.2021

Arbeitsmarkt: Arbeitsmarkt auf wackeligen Füßen – Vor-Corona-Niveau weit entfernt

Jena: „Jetzt gilt es, die richtigen Lehren aus der Krise zu ziehen.“

Anlässlich der heute veröffentlichten Arbeitsmarktzahlen kommentiert Matthias Jena, Vorsitzender des DGB Bayern: „Der bayerische Arbeitsmarkt steht nach wie vor auf wackeligen Füßen. Zwar gehen die Arbeitslosenzahlen saisonbedingt weiter zurück, bis zum Niveau vor der Krise ist es allerdings noch ein weiter Weg.“

Besorgniserregend sei Jena zufolge vor allem die verfestigte Langzeitarbeitslosigkeit im Freistaat: „Um diesen Menschen schnellstmöglich dringend notwendige Perspektiven zu eröffnen, muss die Staatsregierung endlich gegensteuern! Dazu braucht es eine Qualifizierungsoffensive und deutlich mehr Weiterbildungsangebote als dies bisher der Fall ist.“

Angesichts der voranschreitenden Impfungen bestehe laut Jena aber auch Grund für vorsichtigen Optimismus: „Wenn mit dem Ende der dritten Welle der Einzelhandel und das Gastgewerbe wieder öffnen können, ist eine baldige Erholung des Arbeitsmarktes alles andere als utopisch. Zudem erleben wir in fast allen Branchen steigenden Optimismus vor allem hinsichtlich des Exportes. Die daraus resultierende Wiederbelebung des Arbeitsmarktes und das Ende der massenhaften Kurzarbeit werden sich positiv auf die Kaufkraft auswirken und somit diesen Trend stützen.“

Abschließend mahnt Jena an, die geringfügig Beschäftigten nicht aus dem Blick zu verlieren: „Gerade die Beschäftigten in Minijobs sind die großen Verlierer der Krise. Während der Corona-Pandemie haben in Bayern 150.000 von ihnen ihre Arbeit verloren. Und diese Beschäftigten haben weder einen Anspruch auf Arbeitslosengeld noch auf Kurzarbeitergeld. Aus diesem Grund fordern wir schon seit Jahren, das Minijob-System konsequent umzubauen und in das System der sozialen Absicherung zu integrieren. Jetzt gilt es, die richtigen Lehren aus der Krise zu ziehen“, so Jena.


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