Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 52 - 12.09.2022

DGB Bayern zum Start des Schuljahres 2022/23: Kinderreiche Familien und Alleinerziehende entlasten

Stiedl: „Wir brauchen in Bayern endlich eine echte Lehr- und Lernmittelfreiheit, die ihren Namen auch verdient.“

Anlässlich des Schulstarts am 13. September fordert Bernhard Stiedl, Vorsitzender des DGB Bayern, die Bayerische Staatsregierung auf, ihre Anstrengungen für mehr Bildungsgerechtigkeit im Freistaat deutlich zu verstärken: „In finanzieller Hinsicht kommt der Schulstart für viele Familien zur Unzeit. Neben den steigenden Preisen für Energie und Lebensmittel sehen sich Eltern nun auch bei den Schulmaterialien mit deutlich höheren Kosten konfrontiert. Die Preise für Schulhefte und Zeichenblöcke sind im Juli 2022 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 13,6 Prozent gestiegen. Für den Grundbedarf kommen so schnell mehrere hundert Euro zusammen. Gerade für kinderreiche Familien und Alleinerziehende ist das kaum zu stemmen“, betont Stiedl.

Die Mittel aus dem Schulbedarfspaket des Bundes – 156 Euro pro Schuljahr und Schulkind – seien laut Stiedl angesichts der horrenden Preissteigerungen nicht ausreichend. Neben einer spürbaren Erhöhung dieser Pauschale sei daher auch die Bayerische Staatsregierung in der Pflicht, einkommensschwache Familien stärker zu unterstützen: „Nicht zuletzt die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass Bildungschancen auch im Freistaat allzu oft vom Geldbeutel der Eltern abhängen. Wir brauchen in Bayern endlich eine echte Lehr- und Lernmittelfreiheit, die ihren Namen auch verdient.“ In Zeiten der Digitalisierung gehörten dazu auch entsprechende Endgeräte, notwendige Software sowie ein verlässlicher und schneller Internet-Zugang. „Darüber hinaus kann die Staatsregierung durch die Einrichtung eines landesweiten Härtefallfonds Bedürftige bei anderen Kostenfaktoren merklich entlasten“, so Stiedl.

Der bayerische DGB-Vorsitzende erneuerte zudem seine Forderung, dem Lehrkräftemangel in Bayern endlich mit der notwendigen Entschlossenheit zu begegnen: „Vor allem an den Grund-, Mittel- und Förderschulen ist die Situation mehr als angespannt. Es braucht jetzt ein Bündel an Maßnahmen, um den Lehrerberuf attraktiver zu gestalten. Eine einheitliche Einstiegsbesoldung für alle Schularten wäre ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung“, so Stiedl abschließend.


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