Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 14 - 28.02.2013

DGB-Chef Jena bei den Streikenden von Coca-Cola in Fürstenfeldbruck

Jena: „Angebot der Arbeitgeber ist abgestanden und ungenießbar“

Der DGB Bayern unterstützt die Streikenden der Coca-Cola Erfrischungsgetränke AG in Fürstenfeldbruck. Am Donnerstagvormittag besuchte der DGB-Landesvorsitzende Matthias Jena die Streikenden vor dem Werkstor. Er kritisiert, dass die Arbeitgeberseite nach insgesamt sechs Verhandlungsrunden immer noch kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt habe. „Bei Coca-Cola sprudeln die Milliardengewinne und die Beschäftigten bekommen ein Angebot vorgesetzt, das abgestanden und ungenießbar ist.“

Coca-Cola habe allein im letzten Quartal 1,87 Milliarden Dollar Gewinn gemacht, 13 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, sagt Jena. „Erwirtschaftet haben diesen Gewinn die Beschäftigten und die wollen jetzt ihren gerechten Anteil. Ein Schluck aus der Pulle muss auch für die Beschäftigten von Coca-Cola drin sein.“

Deshalb hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) in 13 bayerischen Betrieben zu Streiks aufgerufen. „Auf der einen Seite fordert die Konzernleitung immer mehr Flexibilität, zum Beispiel mehr Wochenendschichten von den Beschäftigten, aber zeigt sich bei Tarifverhandlungen ungleich weniger flexibel“, so Jena.

Seit vier Uhr morgens steht im Werk Fürstenfeldbruck die Produktion still. Den Streik habe sich Coca-Cola selber zuzuschreiben, so Jena. „Wer sich in sechs Verhandlungsrunden praktisch nicht bewegt, hat bewiesen, dass er sich von Argumenten nicht überzeugen lässt und nun Druck braucht, um endlich in Bewegung zu kommen.“

Nachdem sich am Mittwoch die Beschäftigten an den Standorten Traunreut, Memmingen, Obertraubling, Würzburg, Soden und Deggendorf geschlossen an achtstündigen Warnstreiks beteiligt haben, wird am Donnerstag an den bayerischen Standorten Fürstenfeldbruck, Knetzgau, Erlangen, Baar-Ebenhausen, Landshut, Hof und Herrieden ebenfalls gestreikt.

Die Gewerkschaft NGG fordert die Erhöhung der Entgelte um 6 Prozent in diesem Jahr. Bisher hat die Arbeitgeberseite nur 2,5 Prozent für 2013 und 2,0 Prozent für 2014 angeboten. Des Weiteren wird über einen Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung und zu neuen Arbeitszeitregelungen verhandelt.

Deutschlands größter Erfrischungsgetränkehersteller beschäftigt bundesweit circa 10.600 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, davon ungefähr 1.800 in Bayern.


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