Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 51 - 27.08.2015

Bessere Löhne und Arbeitsbedingungen gegen steigende Armutsgefährdung

Dr. Di Pasquale: „Missbrauch von Leiharbeit und Werkverträgen als Lohndumping-Instrumente stoppen“

Der DGB Bayern fordert bessere Löhne und Arbeitsbedingungen für Geringverdiener, um die in Bayern steigende Armutsgefährdung zu bekämpfen. Dr. Verena Di Pasquale, stellvertretende Vorsitzende des DGB Bayern, sagt: „Wir brauchen mehr sichere und gut bezahlte Arbeitsplätze, bessere Arbeitsbedingungen und mehr Investitionen in die Bildung geringqualifizierter Menschen.“

Laut den heute veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamts ist die Armutsgefährdung in Bayern gestiegen, während sie in Deutschland insgesamt leicht gesunken ist. Gemessen am Landesmedian betrug die Armutsgefährdungsquote in Bayern 2014 14,8 Prozent nach 14,6 Prozent in 2013. Eine besonders von Armut bedrohte Gruppe sind die Geringqualifizierten, ihre Armutsgefährdungsquote ist von 2005 bis 2014 von 25,7 Prozent auf 33,2 Prozent gestiegen.

Di Pasquale sagt dazu: „Der Mindestlohn leistet seit Jahresbeginn einen Beitrag, Lohndumping einzudämmen. Das zeigt sich in der Zunahme von sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung und im gleichzeitigen Rückgang der gewerblichen Minijobs in Bayern. Um die Verwerfungen am Arbeitsmarkt zu beseitigen und damit auch die Armutsgefährdung zu senken, reicht der Mindestlohn allein aber nicht aus. Wir müssen den Missbrauch von Leiharbeit und Werkverträgen als Lohndumping-Instrumente stoppen. Und es sollen wieder mehr Beschäftigte unter dem Schutz von Tarifverträgen arbeiten.“

Darüber hinaus fordert der DGB Investitionen in Bildung, um das Qualifikationsniveau insgesamt zu erhöhen. Dazu gehören Investitionen in frühkindliche Bildung, weil dort die Grundlagen gelegt werden, und in ein staatliches Weiterbildungssystem. In der Berufsbildung fordert der DGB ein stimmiges Konzept für die Berufsorientierung und den Übergang von der Schule in den Beruf. Denn jeder zehnte junge Mensch in Bayern zwischen 20 und 29 Jahren hat keinen Berufsabschluss.


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