Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 42 - 29.09.2019

Internationaler Tag älterer Menschen: Altersarmut ist ein Skandal

Di Pasquale: „Armut im Alter wirksam gegensteuern!“

Der 1. Oktober ist der Internationale Tag der älteren Menschen. Dieser Tag steht dafür, Männern und Frauen ein Altern in Sicherheit und Würde zu ermöglichen. Aus diesem Anlass fordert Dr. Verena Di Pasquale, stellvertretende Vorsitzende des DGB Bayern, die Armutsprävention entschieden anzugehen:

„Armut greift in Bayern mehr und mehr um sich. Gerade ältere Menschen sind stark betroffen. Statt ihren wohlverdienten Ruhestand genießen zu können, kommen immer mehr Ältere nicht mit ihrem Alterseinkommen über die Runden. Hier muss endlich wirksam gegengesteuert werden, damit auch im Alter ein Leben in Würde und mit gesellschaftlicher Teilhabe sichergestellt ist“, betont Di Pasquale.

Nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes stieg die Armutsquote der Gesamtbevölkerung in Bayern von 2008 bis 2018 von 13,6 Prozent auf 14,5 Prozent an. Noch deutlicher war der Anstieg bei älteren Männern über 65 Jahren (von 15,7 auf 18,3 Prozent) und vor allem bei älteren Frauen (von 20,8 Prozent auf 24,2 Prozent).

Auch die Zahl der Grundsicherungsempfänger im Alter nimmt zu. Zum Dezember 2018 waren mehr als 72.000 Personen in Bayern hierauf angewiesen, darunter mehr als 42.000 Frauen.

Hinzu kommt, dass schon jetzt Hilfseinrichtungen, wie z.B. die Tafeln, von enormen Steigerungsraten und einer hohen Betroffenheit Älterer berichten. Zuletzt waren in Bayern etwa 200.000 Bedürftige auf regelmäßige Essensspenden angewiesen. Der Anteil Älterer lag bei etwa einem Viertel. Der Dachverband der Tafeln Deutschland vermeldete für das Vorjahr einen sprunghaften Anstieg der bedürftigen Seniorinnen und Senioren um 20 Prozent.

„Es ist ein Skandal, wie viele Menschen mittlerweile in Armut leben müssen. Die Grundrente, wie sie Bundesarbeitsminister Heil vorgestellt hat, würde drei Millionen Menschen, davon zwei Millionen Frauen, helfen, im Alter nicht in die Grundsicherung zu fallen. Statt sich hier weiter zu sperren, sollte die Bayerische Staatsregierung die Umsetzung mit vorantreiben und so die Lebensleistung dieser Menschen anerkennen. Zudem gilt es, gegen Armutslöhne vorzugehen, aus denen nur eine Armutsrente hervorgehen kann. Das beste Rezept gegen den Niedriglohnsumpf ist eine Stärkung der Tarifbindung. Hier muss Bayern endlich seine Hausaufgaben machen“, so Di Pasquale abschließend.


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