Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 12 - 05.03.2024

Ziel ist die Null - Gender Pay Gap in Bayern noch immer bei 21 Prozent

Verena Di Pasquale: „Frauen brauchen mehr Zeit und mehr Geld, dafür müssen die Rahmenbedingungen stimmen.“

Frauen sind so gut ausgebildet wie nie und verdienen in Bayern trotzdem 21 Prozent weniger als Männer. Bayern liegt damit auf dem vorletzten Platz unter den Bundesländern. „Um diese Entgeltlücke zu verringern, brauchen Frauen die Chance, gleichberechtigt am Arbeitsmarkt teilzuhaben. Frauen brauchen mehr Zeit und mehr Geld, dafür müssen die Rahmenbedingungen stimmen“, so Verena Di Pasquale, stellvertretende Vorsitzende des DGB Bayern. Dazu zählt eine gut ausgebaute und bezahlbare Betreuungsstruktur ebenso wie Arbeitszeitmodelle, die es Eltern tatsächlich ermöglichen, Arbeit und Leben unter einen Hut zu bringen. Das ist auch die Basis für die gerechte Verteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit zwischen Männern und Frauen.

„In Betrieben, die nach Tarif zahlen, erhalten Frauen durchschnittlich 3,70 Euro pro Stunde mehr als Frauen in nicht-tarifgebundenen Unternehmen. Zudem schaffen Tarifverträge Transparenz, Sicherheit und Planbarkeit. Auch gibt es häufiger Weihnachts- und Urlaubsgeld und die Arbeitszeiten sind geringer. Kurzum: Tarif gewinnt“, so Di Pasquale.

Damit sind Tarifverträge ein starkes Instrument, um der Entgeltlücke entgegenzuwirken. Der DGB Bayern fordert daher von den Arbeitgebern und der bayerischen Staatsregierung ein klares Bekenntnis zur Tarifbindung. Für die Arbeitgeber heißt das, dass die Gestaltung der Arbeitswelt durch Tarifverträge wieder zum Standard wird. Für die bayerische Staatsregierung bedeutet das, zügig ein Faire-Löhne-Gesetz einzuführen.

Hintergrund:
Der unbereinigte Gender Pay Gap – der Entgeltunterschied zwischen Frauen und Männern – stagniert in Deutschland seit 2020 bei 18 Prozent. Bayern liegt mit satten 21 Prozent über dem Bundesdurchschnitt auf dem vorletzten Platz. Frauen verdienen im Freistaat somit 5,61 Euro weniger als Männer. Mit steigendem Alter steigt die Einkommenskluft zwischen den Geschlechtern.


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