Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 44 - 28.07.2021

DGB Bayern zum Schuljahresende: Staatsregierung muss jetzt Weichen für die kommenden Jahre stellen

Di Pasquale: „Ein ‚Fahren auf Sicht‘, wie es Kultusminister Piazolo die letzten 1,5 Jahre betrieben hat, darf es nicht weiter geben.“

Am 29. Juli endet für 1,6 Millionen Schülerinnen und Schüler und ihre Lehrkräfte das Schuljahr 2020/2021. Verena Di Pasquale, kommissarische Vorsitzende des DGB Bayern, zieht Bilanz: „Die Staatsregierung muss jetzt die Weichen stellen, damit die Corona-Krise im bayerischen Bildungssystem nicht zur Dauerkrise wird. Ein ‚Fahren auf Sicht‘, wie es Kultusminister Piazolo die letzten 1,5 Jahre betrieben hat, darf es nicht weiter geben. Für die Kinder und Jugendlichen braucht es jetzt geeignete Förderangebote, die nicht nur Lernlücken, sondern auch die psychischen und sozialen Belastungen in den Blick nehmen. Mit ein paar Ferienkursen von Aushilfskräften wird es nicht getan sein. Hier sind längerfristige Angebote notwendig, für die die Staatsregierung noch einmal über die angekündigten 20 Millionen Euro hinaus eigene Mittel bereitstellen sollte.“

Große Sorgen bereitet Di Pasquale der Lehrkräftemangel: „Schon vor der Pandemie fehlten gerade an den Grund-, Mittel- und Förderschulen zahlreiche Lehrkräfte. Nun sollen zusätzlich Lehrerstunden im gebundenen Ganztag an Mittel- und Förderschulen und bei den vorschulischen Angeboten gekürzt und durch externe oder befristet angestellte Kräfte ersetzt werden. Allerdings müssen diese nicht über vergleichbare pädagogische Qualifikationen verfügen. Dabei braucht es gerade jetzt mehr Stunden mit entsprechend qualifizierten Fachkräften, nicht weniger“, so Di Pasquale. Es sei auch vollkommen unklar, wie die Schulleitungen so kurzfristig an ausreichend geeignete externe Kräfte kommen sollen.

„Um die Unterrichtsversorgung langfristig zu sichern, muss die Lehrkräfteausbildung flexibler und schulartübergreifend ausgestaltet werden. Für die Qualifizierung von Quereinsteiger*innen, auf die die Staatsregierung verstärkt setzt, müssen mehr Ressourcen bereitgestellt werden. Darüber hinaus sind attraktivere Arbeitsbedingungen unabdingbar, um insgesamt mehr Lehrkräfte zu gewinnen, z.B. eine einheitliche Einstiegsbesoldung für alle Schularten und entsprechende Aufstiegsmöglichkeiten“, fordert Di Pasquale abschließend.


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