Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 45 - 29.07.2021

Arbeitsmarkt: DGB Bayern fordert Ausbildungsplatzgarantie

Di Pasquale: „Wer jetzt als Arbeitgeber bei der Ausbildung spart, wird es später teuer bezahlen.“

Anlässlich der heute veröffentlichten Arbeitsmarktzahlen fordert Verena Di Pasquale, kommissarische Vorsitzende des DGB Bayern, die Arbeitgeber zur Weitsicht auf: „Während sich die Erholung des Arbeitsmarktes weiter fortsetzt, herrscht auf dem Ausbildungsmarkt noch akuter Nachholbedarf. Im Vergleich zum Vorjahr haben die Betriebe rund 6.000 Ausbildungsstellen weniger gemeldet (-6,1 Prozent). Stand jetzt sind allerdings noch mehr als 16.000 Jugendliche in Bayern ohne Ausbildungsplatz. Angesichts des ohnehin schon großen Fachkräftebedarfs sind die Arbeitgeber in der Pflicht, möglichst vielen jungen Menschen den Einstieg ins Arbeitsleben zu ermöglichen. Wer jetzt als Arbeitgeber bei der Ausbildung spart, wird es später teuer bezahlen.“

Um einer weiteren Abnahme von ausbildungsbereiten Betrieben entgegenzuwirken, fordert Di Pasquale die Einführung einer umlagefinanzierten Ausbildungsplatzgarantie. Dieses Modell sieht vor, dass alle Betriebe mit mindestens fünf Beschäftigten in einen Zukunftsfonds einzahlen. Daraus werden dann stufenweise betriebliche Ausbildung, Verbund- und Auftragsausbildung sowie außerbetriebliche Ausbildung bei einem Träger finanziert. „Unser Fokus liegt dabei ganz klar auf der betrieblichen Ausbildung. Es braucht jetzt eine Ausbildungsplatzgarantie für alle Jugendlichen bis 27 Jahre, die bis zum 30. September eines Jahres noch einen Ausbildungsplatz suchen. Junge Menschen, die keine Ausbildungsstelle im Betrieb oder durch eine Verbundausbildung finden, starten zunächst mit einer außerbetrieblichen Ausbildung. Ziel muss es sein, diesen Jugendlichen dann möglichst schnell einen Übergang in eine reguläre betriebliche Ausbildung zu ermöglichen“, so Di Pasquale.

Darüber hinaus sieht Di Pasquale erheblichen Nachholbedarf beim Thema Berufsorientierung. „Gerade während der Pandemie waren persönliche Beratungsgespräche kaum oder nur eingeschränkt möglich. Viele junge Menschen sind hier auf der Strecke geblieben. Ein Ankerfach Berufsorientierung an allgemeinbildenden Schulen und Gymnasien würde Abhilfe schaffen und die notwendige Unterstützung gewährleisten“, so Di Pasquale abschließend.


Nach oben

Themenverwandte Beiträge

Pressemeldung
Ausbildungsbilanz 2020: Corona verschärft Situation auf dem Ausbildungsmarkt
Anlässlich der heute veröffentlichten bayerischen Ausbildungsmarktzahlen appelliert der DGB Bayern an die Ausbildungsbetriebe, das Thema „Ausbildung“ in der Krise nicht zu vernachlässigen. Zur Pressemeldung
Pressemeldung
Berufliche Perspektiven für benachteiligte Jugendliche sichern – DGB Bayern fordert Fortführung der Berufseinstiegsbegleitung
Benachteiligte Jugendliche leiden derzeit besonders unter dem pandemiebedingten Distanzunterricht an Schulen und den eingeschränkten Möglichkeiten zur Berufsorientierung. Angesichts dieser angespannten Situation fordert der DGB Bayern schnellstmöglich eine Lösung bei der Debatte um die Fortführung der Berufseinstiegsbegleitung. Zur Pressemeldung
Artikel
Bayerische Mittelschüler*innen auf dem Weg in die Ausbildung
Die Expertise „Bayerische Mittelschüler*innen auf dem Weg in die Ausbildung“, die das Deutsche Jugendinstitut (DJI) im Auftrag des DGB Bayern erstellt hat, gibt Antworten darauf, wie es um die Lernvoraussetzungen, die Lernmotivation, die Lebensumstände und die beruflichen Zukunftschancen von bayerischen Mittelschüler*innen steht. weiterlesen …

RSS-Feed

Subscribe to RSS feed
Pressemitteilungen des DGB Bayern