Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 41 - 09.07.2021

„Wir sind das W in Wandel.“ – Bayerische DGB-Frauen stellen Forderungen an die Politik

Di Pasquale: „Konsequente Gleichstellungspolitik wichtiger denn je.“

Lohngerechtigkeit, eine faire Verteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit sowie endlich mehr Frauen in den Führungsetagen von Wirtschaft und vor allem auch in der Politik – 80 Tage vor der Bundestagswahl richteten die bayerischen DGB-Frauen diese und viele weiteren Forderungen im Rahmen einer Online-Talkrunde an die Bundestagskandidatinnen Beate Müller-Gemmeke (GRÜNE), Seija Knorr-Köning (SPD), Susanne Ferschl (DIE LINKE), Silke Launert (CSU) und Daniela Hauck (FDP).

Hierzu sagt Verena Di Pasquale, kommissarische Vorsitzende des DGB Bayern: „Nicht ohne Grund lautete das Motto der DGB-Bezirksfrauenkonferenz ‚Wir sind das W in Wandel‘. Die Arbeitswelt ist in Bewegung und Frauen haben Anspruch auf eine gerechte Gestaltung dieses Wandels. Schon jetzt steht fest, dass eine konsequente Gleichstellungspolitik wichtiger denn je ist, um die Gesellschaft zukunftsfähig zu gestalten. Das kann nur gemeinsam gelingen.“

So machen sich die DGB-Frauen in Bayern etwa für ein Paritätsgesetz stark. „Ein solches Gesetz würde die Parteien u.a. verpflichten, ihre Wahllisten abwechselnd mit einer Frau und einem Mann zu besetzen und in ihren Statuten einen verbindlichen Frauenanteil von 50 Prozent für alle parteilichen Funktionen und Mandate aufzunehmen. Das ist auch bitter nötig, denn nach wie vor sind Frauen in den Parlamenten nicht angemessen vertreten“, kritisiert Di Pasquale. Gerade der bayerische Landtag sei hier als Negativbeispiel zu nennen. „Nach der Landtagswahl 2018 ist dort der Anteil der weiblichen Abgeordneten auf 26,8 Prozent gesunken - der niedrigste Stand seit 16 Jahren“, so Di Pasquale weiter.

Um die noch immer existierende Lohnlücke von 22 Prozent zwischen Frauen und Männern im Freistaat zu schließen, sei neben einer stärkeren Tarifbindung auch der konsequente Umbau des Minijob-Systems erforderlich. „Nicht zuletzt die Corona-Krise hat bewiesen, dass Minijobs für die mehrheitlich weiblichen Beschäftigten aufgrund der fehlenden Absicherung ein großes Risiko darstellen. Deshalb treten wir dafür ein, dass diese Form der prekären Beschäftigung ab dem ersten Euro der vollen Sozialversicherungspflicht unterliegt“, so Di Pasquale abschließend.


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