Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 33 - 08.06.2021

DGB Bayern lehnt Anhebung des Renteneintrittsalters ab

Di Pasquale: „Rente mit 68 geht völlig an der Lebensrealität der meisten Menschen vorbei.“

Anlässlich der aktuellen Debatte um eine mögliche Anhebung des Renteneintrittsalters auf 68 Jahre äußert sich Verena Di Pasquale, stellvertretende Vorsitzende des DGB Bayern, wie folgt: „Eine Rente mit 68 geht völlig an der Lebensrealität der meisten Menschen vorbei. Anscheinend ist dem Wissenschaftlichen Beirat beim Bundeswirtschaftsministerium nicht bekannt, dass viel zu viele Ältere gar nicht die Chance bekommen, bis zum Renteneintritt erwerbstätig sein zu können.“

Zahlen aus dem aktuellen Rentenreport des DGB Bayern bestätigen das. So fällt der Anteil der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten im Freistaat ab 60 Jahren dramatisch ab: Während von den 60-Jährigen in Bayern im Jahr 2019 insgesamt noch knapp 57 Prozent sozialversicherungspflichtig beschäftigt waren, sinkt der Anteil auf nur noch 11,5 Prozent bei den 65-Jährigen, also denjenigen, die nach derzeitigem Stand eigentlich noch acht Monate bis zur Regelaltersgrenze arbeiten müssten. Betrachtet man darunter nur diejenigen, die in Vollzeit beschäftigt sind, sinkt der Anteil von knapp 37 Prozent auf gerade noch 7 Prozent. Darüber hinaus erreichen viele Menschen das Renteneintrittsalter überhaupt nicht mehr. So sei 2019 etwa jeder Siebte vor Erreichen des 65. Lebensjahres verstorben, wie eine Antwort der Bundesregierung auf eine schriftliche Anfrage der Abgeordneten Sabine Zimmermann gezeigt hat.

„Die Lebenserwartung steigt eben nicht für alle gleich. Wer in seinem Leben hart gearbeitet hat, stirbt im Durchschnitt früher. Das Rentenalter noch weiter zu erhöhen, würde jetzt schon bestehende Ungerechtigkeiten verschärfen. Stattdessen muss sich Deutschland wieder eine gute Rente leisten, die die Menschen auch erreichen können. Dafür braucht es auch eine breitere Finanzierungsbasis durch einen erhöhten Bundeszuschuss. Denn die Folgen einer älter werdenden Bevölkerung können nicht alleine von den Rentenversicherten getragen werden“, so Di Pasquale abschließend.


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