Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 51 - 16.08.2023

Hitze am Arbeitsplatz: Arbeits- und Gesundheitsschutz ist das A und O

Stiedl: „Arbeitgeber müssen Gesundheit und Sicherheit ihrer Beschäftigten gewährleisten.“

Mit Blick auf die aktuelle Hitzewelle im Freistaat erwartet der DGB Bayern vonseiten der Arbeitgeber größere Anstrengungen, um die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bestmöglich vor Hitze am Arbeitsplatz zu schützen.

Hierzu sagt Bernhard Stiedl, Vorsitzender des DGB Bayern: „Temperaturen von über 30 Grad sind für die Beschäftigten nicht nur unangenehm, sondern eine echte Belastung und im schlimmsten Fall eine Gefahr für Leib und Leben. Die Arbeitgeber sind hier in der Verantwortung, im Sinne ihrer gesetzlich verankerten Fürsorgepflicht die Gesundheit und Sicherheit ihrer Beschäftigten zu gewährleisten.“

Zwar haben Beschäftigte keinen gesetzlichen Anspruch auf längere Pausen oder flexible Arbeitszeiten, gemäß Arbeitsstättenverordnung ist der Arbeitgeber jedoch dazu verpflichtet, in den Arbeitsräumen „eine gesundheitlich zuträgliche Temperatur“ sicherzustellen. Demnach soll der Arbeitgeber zusätzliche Maßnahmen ergreifen, wenn die Raumtemperatur über 26 °C beträgt. Bei einer Lufttemperatur im Raum von mehr als 30 °C muss der Arbeitgeber tätig werden und wirksame Maßnahmen ergreifen, um die Belastung der Beschäftigten zu verringern.

Neben einer gelockerten Kleiderordnung und der Bereitstellung von Ventilatoren sowie Erfrischungsgetränken sieht Stiedl vor allem in ausgedehnten Pausen- und Erholungszeiten einen praktikablen Lösungsansatz: „Angesichts des Klimawandels werden extreme Temperaturen künftig auch in Deutschland eher die Regel als die Ausnahme sein. Hierfür braucht es Lösungen. Früher mit der Arbeit zu beginnen und über die besonders heißen Mittagsstunden eine Siesta nach dem Vorbild südeuropäischer Länder einzulegen, könnte – wenn es die Arbeitssituation hergibt – eine solche sein.“ Wo dies nur schwer umzusetzen ist, etwa bei Bauarbeiten im Freien, müsse die Arbeit Stiedl zufolge komplett eingestellt und den Beschäftigten ein Ausfallgeld gezahlt werden.

Soll die Arbeitszeit jedoch verlegt werden, ist das laut Stiedl mitbestimmungspflichtig: „Der Betriebsrat muss beteiligt werden, wenn Beginn und Ende der Arbeitszeit einschließlich der Pausen festgelegt werden. Längere oder unzumutbare Arbeitszeiten müssen auch bei früherem Arbeitsbeginn selbstredend ein Tabu bleiben“, so Stiedl abschließend.


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