Deutscher Gewerkschaftsbund

21.12.2020

Streitzeit: #MitGewerkschaftBesser!

Es macht einen großen Unterschied, ob Kommentator*innen systemrelevante Berufe loben und Bürger*innen systemrelevante Beschäftigte beklatschen, oder ob Gewerkschaften systemrelevante Beschäftigte auch materiell besser stellen.

Eindrucksvolle Ergebnisse

Der Gewerkschaft ver.di ist das jüngst für die 2,3 Millionen Beschäftigten bei Bund und Kommunen eindrucksvoll gelungen. Das ging nur, weil sich die Mitarbeiter*innen in diesen Bereichen für ihre eigenen Interessen eingesetzt haben. Die Ergebnisse können sich sehen lassen: Einkommenszuwächse von 3,2 Prozent für die höchsten und 4,5 Prozent für die niedrigsten Entgeltstufen zeigen, dass die in der Corona-Pandemie zu Tage getretenen Ungleichheiten durch eine gute Tarifpolitik zumindest minimiert werden können. Mehr noch: Pflege- und Intensivkräfte bekommen statt eines sicherlich gut gemeinten Applauses nun 8,7 bzw. 10 Prozent mehr Gehalt. Das ist praktische, gewerkschaftliche Solidarität.

Zusammen ist man nicht allein!

Das gilt nicht nur für einen Hausstand im Fall eines Lockdowns, sondern noch viel dringender bei Arbeit und Einkommen. Die Gewerkschaften haben seit Beginn der Corona-Pandemie alles daran gesetzt, Beschäftigte nicht zu Verlierer*innen dieser Krise werden zu lassen. Sie haben sich erfolgreich für eine Aufstockung des Kurzarbeitergeldes und eine Verlängerung der Bezugszeiten eingesetzt. Das Kurzarbeitergeld wird nun bis zu 24 Monate gewährt und die Aufzahlung auf das Kurzarbeitergeld bleibt bestehen. In einigen Branchen ist es gar gelungen, das Kurzarbeitergeld tariflich oder betrieblich auf bis zu 100 Prozent aufzustocken.

Und auch wenn der gesetzliche Mindestlohn noch immer zu gering ist, gelang es den Gewerkschaften, in der Mindestlohnkommission gegen den Widerstand der Arbeitgeber eine Erhöhung durchzusetzen. Bis Juli 2022 steigt er in vier Schritten von derzeit 9,35 Euro auf letztlich 10,45 Euro pro Stunde an.
Insgesamt sind die finanziellen Einbußen aufgrund der Corona-Pandemie überall dort geringer ausgefallen, wo Gewerkschaften Tarifverträge durchgesetzt und abgeschlossen haben. All das zeigt, dass es #MitGewerkschaftBesser läuft! (Zum gleichnamigen DGB-Positionspapier: bit.ly/2W36IbS)

Starke Schultern tragen mehr als Schwache

Jetzt, angesichts des zweiten Lockdowns, müssen erneut die Interessen der Beschäftigten eingebracht werden. Fatal wäre es, die Kosten der Corona-Pandemie durch Ausgabenkürzungen in der Daseinsvorsorge zu kompensieren.

Vielmehr, und das ist gerade für die kommende Bundestagswahl zentral, müssen die starken Schultern auch stärker in die Finanzierung einbezogen werden: Dazu gehören eine Vermögensabgabe, die Erhöhung der Reichensteuer und insgesamt eine sozial gerechte Lastenverteilung. Es ist noch nicht ausgemacht, wie die Kosten der Corona-Bekämpfung getragen werden. Damit dies jedoch nicht auf dem Rücken der Beschäftigten geschieht, sind  die Gewerkschaften gefordert. Nicht nur mit Blick auf die Bundestagswahl 2021, sondern auch auf die nächsten Tarifrunden. 

DGB-Lichtaktion in Ingolstadt

DGB-Lichtaktion am Gewerkschaftshaus in Ingolstadt Michael Aichner

Licht ins Dunkel

#MitGewerkschaftBesser – auch durch die Vorweihnachtszeit!

Um in Zeiten von Corona Licht in die dunkle Jahreszeit zu bringen, hat der DGB Bayern im Dezember mit Unterstützung des Lichtkünstlers Michael "Gene" Aichner bayernweit insgesamt sieben kunstvolle Lichtaktionen durchgeführt. Bei Einbruch der Dunkelheit wurden die Gewerkschaftshäuser in Regensburg, Rosenheim, Ingolstadt (siehe Foto), Nürnberg, München und Schweinfurt sowie die Stadtbibliothek in Aschaffenburg mit weihnachtlichen Projektionen beleuchtet. Dabei standen selbstverständlich unsere gewerkschaftlichen Forderungen (z.B. Tarifbindung stärken!) und Errungenschaften (z.B. Aufstockung Kurzarbeitergeld) im Mittelpunkt. Darüber hinaus konnten spektakuläre Animationen mit den Gewerkschaftslogos bestaunt werden.

Weitere Impressionen zu unseren bayernweiten Lichtaktionen gibt es unter https://bayern.dgb.de/-/ve5.

Die Streitzeit im PDF-Format zum Download:


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