Deutscher Gewerkschaftsbund

24.04.2019

Streitzeit - 1. Mai: Europa. Jetzt aber richtig!

Ein Internationaler Gewerkschaftskongress in Paris im Jahr 1889 beschloss diese Resolution:

„Es ist für einen bestimmten Zeitpunkt eine große internationale Manifestation zu organisieren, und zwar dergestalt, dass gleichzeitig in allen Städten an einem bestimmten Tage die Arbeiter an die öffentliche Gewalt die Forderung richten, den Arbeitstag aus acht Stunden festzusetzen…“

Der geplante Tag für diese Manifestation war der 1. Mai 1890. Seitdem gibt es ihn weltweit, zwar mit Unterbrechungen und Vereinnahmungen, aber der 1. Mai war und ist unser Tag, der Tag der Arbeit, der Tag der Arbeiterbewegung. In diesem Jahr knüpft der 1. Mai auch wieder an die internationale Tradition der ersten Maikundgebung an – es geht um Europa.

Europa. Jetzt aber richtig!

Das ist das zentrale Motto der Maikundgebungen. Europa steht im Feuer, Rechtspopulisten und Nationalisten klopfen an der Tür des Europäischen Parlaments. Sie wollen Mauern, Zäune, ein gesellschaftliches Rollback und holen das alte Gespenst des Nationalismus wieder aus dem Keller. Gleichzeitig treiben Neoliberale das Europa der freien Märkte und Dienstleistungen voran und vernachlässigen ein verbindendes soziales Europa.

Die Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung steht in einer großen europäischen Tradition. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts und dann verstärkt in den 1920er Jahren war für Gewerkschaften ein vereintes Europa die Alternative zu Nationalismus und Kleingeisterei. Das galt erst recht nach den Verwüstungen des 1. Weltkrieges. Ein geeintes Europa war für viele die einzige Zukunftsperspektive, den Kontinent wieder aufzubauen. „Die Vereinigten Staaten von Europa sind unser Ziel“, hieß das ansteckende, zentrale Motto. Heute gilt es, das geeinte Europa weiterzuentwickeln.

Europa. Jetzt aber richtig!

Das heißt: Die Menschen müssen im Mittelpunkt der europäischen Politik stehen.

Europa. Jetzt aber richtig!

Das heißt: Europaweite Standards für gute Arbeit statt Dumping-Wettbewerb zwischen den Mitgliedsstaaten mit prekärer Arbeit und niedrigen Löhnen.

Europa. Jetzt aber richtig!

Das heißt: Gleiche Chancen für Frauen und Männer.

Europa. Jetzt aber richtig!

Das heißt: Wir brauchen ein umfangreiches Investitionsprogramm in die Zukunft, das Wachstum, Arbeitsplätze, Bildung, Infrastruktur und Wohlstand für alle sichert.

Europa. Jetzt aber richtig! Das heißt: Wir wollen ein offenes, solidarisches Europa und kämpfen gegen Rechtspopulisten und Nationalismus. Wir zeigen klare Kante gegen Rechts und alle, die dieses Europa spalten wollen.

Wir sagen NEIN zu Intoleranz, Nationalismus, Rassismus und Rechtspopulismus. Deshalb gehen wir am 1. Mai gemeinsam auf die Straße: Wir machen den Tag der Arbeit zum Tag der europäischen Solidarität.

1. Mai: Europa. Jetzt aber richtig!

DGB

99 mal: Wir sind hier!

Es ist in Bayern gute Tradition, dass in vielen Orten Maikundgebungen stattfinden. In großen Städten, in kleinen Kommunen, drinnen und draußen zeigen die Beschäftigten und ihre Gewerkschaften: Wir sind hier! Das ist unser Tag. Das ist unsere Feier.

In diesem Jahr finden über ganz Bayern verteilt 99 Maikundgebungen, Demonstrationen, Familien- oder Kulturfeste statt. Damit gibt es im Freistaat die meisten Mai-Feiern von allen Bundesländern.

Das ist das Verdienst aller DGB-Kreis- und Stadtverbände, die die Feiern organisieren und durchführen. Und es ist das Verdienst aller Kolleginnen und Kollegen, die den 1. Mai mit unterstützen oder tatkräftig mithelfen.

Auch in diesem Jahr gilt: Wir sind viele. Wir zeigen uns. Wir kämpfen für unsere Rechte. Und für ein gemeinsames, solidarisches und soziales Europa.

Heraus zum 1. Mai!

 


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