Deutscher Gewerkschaftsbund

18.03.2021

Streitzeit: Aufstehen gegen Rassismus!

Im Grundsatzprogramm des Deutschen Gewerkschaftsbundes heißt es: „Die Gewerkschaften treten allen Erscheinungsformen von Extremismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit – auch in den eigenen Reihen – entgegen.“ Was im Jahr 1996 beschlossen wurde und seitdem gilt, ist heute aktueller und wichtiger denn je.

Rassismus tötet, Rassisten töten auch in Deutschland Menschen, zuletzt in Hanau. Immer wieder kommt es vor, dass Menschen mit dunkler Hautfarbe rassistisch beleidigt oder attackiert werden. Aber auch subtile Formen von Rassismus sind an der Tagesordnung, sei es bei der Wohnungssuche oder beim Bewerben um einen Arbeitsplatz.

„Rasse“ ist ein Konstrukt

Im Kolonialismus wurde die schwarze Bevölkerung als „primitiv“ und „unterlegen“ definiert, um deren Ausbeutung und Versklavung zu rechtfertigen. Auch heute noch tritt das zutage, man denke an Affenlaute in Fußballstadien gegenüber dunkelhäutigen Spielern der gegnerischen Mannschaft.

Aber selbst hartgesottene Rassisten verwenden heute „moderne“ Begriffe wie „Ethnopluralismus“, um dasselbe auszudrücken: Dunkelhäutige sollen in ihren Heimatländern bleiben und sich nicht mit Weißen in Europa mischen, so deren Vorstellung. Genetisch gesehen gibt es keine menschlichen Rassen. Diese Kategorie ist ein Konstrukt, um angebliche Unterschiede zu markieren und Gruppen vom Zugang zu Ressourcen auszuschließen. Ein solches Prinzip setzt somit auf Hierarchie, Ausgrenzung und Ungleichheit.

Gewerkschaftsarbeit ist Antirassismusarbeit

Gewerkschaften haben sich gegründet, um die Konkurrenz der Lohnabhängigen untereinander aufzuheben und gemeinsam bessere Arbeits- und Lohnbedingungen durchzusetzen. Und zwar für alle Lohnabhängigen, unabhängig von Geschlecht, Ethnie, Hautfarbe oder Glauben. Dieses Prinzip gilt bis heute, es geht um das solidarische Durchsetzen gemeinsamer Interessen als Beschäftigte. So ist es nur folgerichtig, dass nach dem Betriebsverfassungsgesetz in Betrieben ohne Ausgrenzung alle wählen können. Gleiche Pflichten, gleiche Rechte. Insoweit ist Gewerkschaftsarbeit der Einheitsgewerkschaft in Betrieben und darüber hinaus immer gleichzeitig auch eine Aktivität gegen Diskriminierungen, Ausgrenzung und Rassismus.

Unsere Antwort: Solidarität!

Ausgrenzung, Diskriminierung und Rassismus setzen wir einen der Grundwerte von Gewerkschaftsarbeit entgegen: Solidarität! Das meint gemeinsam, gleichberechtigt, füreinander. Das Motto der internationalen Wochen gegen Rassismus 2021 ist: „Solidarität. Grenzenlos.“ Und auch das Motto der Gewerkschaften zum 1. Mai 2021 lautet: „Solidarität ist Zukunft.“ Solidarität sowohl untereinander als auch gegenüber Diskriminierten und rassistisch Angefeindeten sind zwei Seiten einer Medaille: Wir stehen solidarisch für Gleichheit. Und um zum Schluss noch ein positives Bild aus Fußballstadien zu zeichnen, gilt „You’ll never walk alone“.

Gedenkveranstaltung für die Opfer von Hanau vor dem Münchner Gewerkschaftshaus (4.3.2020)

Gedenkveranstaltung für die Opfer von Hanau vor dem Münchner Gewerkschaftshaus (4.3.2020) DGB

Internationaler Tag gegen Rassismus

Die internationalen Wochen gegen Rassismus finden noch bis zum 28. März 2021 mit zahlreichen, pandemiebedingt virtuellen Veranstaltungen in Bayern statt. Der 21. März ist der von den Vereinten Nationen 1966 ausgerufene „Internationale Tag für die Beseitigung rassistischer Diskriminierung“. Diesen Tag und die vielen Veranstaltungen brauchen wir, um deutlich zu machen, dass sich viele gegen Rassismus stellen.

Auch der DGB Bayern beteiligt sich an vielen Veranstaltungen, u.a. wird die stellvertretende Vorsitzende Verena Di Pasquale bei einer Kundgebung auf dem Münchner Odeonsplatz ein virtuelles Grußwort sprechen. Außerdem findet am Sonntag, den 21. März 2021 von 17.00 bis 18.00 Uhr ein Livestream des DGB-Bundesvorstands statt. Dabei wird es vor allem um die Frage gehen: „Was tun gegen Rassismus?“ Mehr Infos zu dieser Veranstaltung gibt es unter https://www.dgb.de/-/0jm.

Die Streitzeit im PDF-Format zum Download:


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