Deutscher Gewerkschaftsbund

23.02.2021

Bayerische DGB-Frauen zeigen H&M die „Rote Karte“

Di Pasquale: „Rücksichtsloses und diskriminierendes Verhalten!“

Der schwedische Modekonzern H&M will deutschlandweit 800 Stellen abbauen, auch Filialen in Bayern sind betroffen. Ende Januar wurde bekannt, dass das Unternehmen dabei vor allem auf die Beschäftigten abzielt, die nicht zu den umsatzstärksten Zeiten arbeiten können, also abends und an Samstagen. Dies betrifft hauptsächlich junge Eltern und allen voran Mütter. Aus diesem Grund zeigen die bayerischen DGB-Frauen H&M die „Rote Karte“ – und verleihen dem Modekonzern damit ihren insgesamt 7. Un-Gleichstellungspreis für grobes und absichtliches Foulspiel.

Zur Preisverleihung sagt Verena Di Pasquale, stellvertretende Vorsitzende des DGB Bayern:

„H&M plant unter dem Deckmantel der Corona-Pandemie, eine radikale Marktbereinigung zu vollziehen. Ganz gezielt sollen alleinerziehende Mütter, Väter und ältere Beschäftigte aus dem Unternehmen gedrängt werden, die aufgrund ihrer Sorgeverpflichtungen keine vollumfängliche Flexibilität bei den Arbeitszeiten bieten können. Dieses rücksichtslose und diskriminierende Verhalten steht diametral zu den Werten, mit denen sich das Unternehmen sonst so gerne in der Öffentlichkeit brüstet.“

Bettina Messinger, Vorsitzende des DGB-Bezirksfrauenausschusses, ergänzt:

„Wer mit einem so genannten ‚Freiwilligenprogramm‘ Mütter aussortiert, hat sich den Un-Gleichstellungspreis mehr als verdient. Ein solch unsoziales Verhalten muss öffentlich angeprangert werden. H&M sollte stattdessen seinen Beschäftigten für jahrelange Unternehmenszugehörigkeit danken und endlich Verhandlungen mit ver.di über einen Digitalisierungstarifvertrag aufnehmen.“


Hintergrund

Die Gewerkschafterinnen im DGB Bayern sind in der gleichstellungspolitischen Landschaft der größte Verbund, der die Interessen von Arbeitnehmerinnen vertritt. Der DGB und seine acht Mitgliedsgewerkschaften setzen sich für Geschlechtergerechtigkeit gemäß Art. 3 Grundgesetz ein. Im DGB Bayern sind mehr als 240.000 Gewerkschafterinnen organisiert.

Seit 2016 verleihen die DGB-Frauen ihren Un-Gleichstellungspreis für gravierende Verstöße gegen die Gleichstellung von Frauen und Männern.

Urkunde "Rote Karte" an H&M

Der. 7 Un-Gleichstellungspreis der bayerischen DGB-Frauen geht an den Modekonzern H&M. DGB Bayern

 

Weitere Informationen finden Sie auch auf dem Infoblog: ver.di bei H&M.

 

Bilder zur Protestaktion von ver.di und den DGB Frauen am 09.03.2021 bei H&M in Rosenheim:


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