Deutscher Gewerkschaftsbund

27.04.2020

Streitzeit - 1. Mai: Solidarisch ist man nicht alleine!

Dieses Motto zum 1. Mai 2020 ist gut gewählt, wenn auch anders als geplant. Die Corona-Pandemie hat nicht nur private Pläne durchkreuzt, sondern auch massive Auswirkungen auf Beschäftigte und deren Gewerkschaften. Solidarität ist aktuell wichtiger denn je.

Es ist eine historische Entscheidung, wenn nun erstmals seit der Gründung des DGB im Jahr 1949 keine öffentlichen Maikundgebungen stattfinden, weder in Sälen noch auf zentralen Plätzen. Denn Solidarität heißt auch: Niemand soll bei den DGB-Kundgebungen angesteckt werden oder das Virus übertragen können. Wer die Absage der Kundgebungen kritisiert, darin gar ein Einknicken vor dem Kapital unterstellt, hat Solidarität nicht verstanden. Es muss alles getan werden, Ansteckungsrisiken und schwere Verläufe der Krankheit einzudämmen. Das ist nicht nur vernünftig, sondern auch solidarisch den Kolleginnen und Kollegen in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, in Rettungsdiensten oder im Einzelhandel gegenüber. Hier wird Solidarität praktisch!

Der 1. Mai – nötiger denn je, wenn auch anders

Mit der Absage der öffentlichen Kundgebungen sind die Forderungen der Gewerkschaften zum 1. Mai nicht weg, im Gegenteil. Im Windschatten der Corona-Pandemie werden soziale Errungenschaften angegriffen. Gleichzeitig müssen wir alles dafür tun, die soziale Schieflage bei der sich abzeichnenden wirtschaftlichen Entwicklung nicht zu beschleunigen.

Wir machen uns stark!

Deshalb machen sich die Gewerkschaften stark für die Aufstockung des Kurzarbeitergeldes auf 80-90 Prozent vom letzten Netto. Nur damit wird verhindert, dass Beschäftigte in ein materielles Loch fallen. Viele Tarifverträge sehen eine solche Aufstockung vor.

Gewerkschaften machen sich stark für geregelte Arbeitszeiten und den Erhalt der Arbeitszeitordnung. Gerade jetzt brauchen die am meisten belasteten Berufsgruppen keine Verlängerung der Arbeitszeiten, sondern Entlastung. Viele Tarifverträge regeln die Arbeitszeit und haben Vorrang vor gesetzlichen Verschlechterungen. Das zeigt: Tarifverträge schützen!

Gewerkschaften machen sich stark für die Grundrente. Wer in der jetzigen Situation fordert, die Kompromisse zur Grundrente auszusetzen oder sie gar nicht erst Wirklichkeit werden zu lassen, stößt auf unseren Widerstand.

Gewerkschaften machen sich stark für höhere Verdienste in Pflegeberufen, der Reinigung oder auch im Handel. Berufe mit einem hohen Frauenanteil müssen endlich aufgewertet und das Gesundheitssystem solidarisch gestärkt werden.

Gewerkschaften machen sich stark für ein geeintes und solidarisches Europa. Die Nachbarländer in der EU dürfen in dieser schweren Situation nicht allein gelassen und müssen auch finanziell unterstützt werden. Unsere Solidarität ist international.

Gemeinsam agieren!

Es bleibt dabei: Wir müssen für unsere Rechte streiten, uns einmischen und weiterhin solidarisch und gemeinsam agieren – jetzt mehr denn je! Dabei ist der 1. Mai unverzichtbar – heuer zwar in anderer Form, aber kämpferisch wie immer. 

 

Teaser 1. Mai 2020

DGB

You’ll never walk alone

Fußballfans kennen es, der Song „You’ll never walk alone“ wird in vielen Stadien und insbesondere in Liverpool gesungen. In diesem Jahr singen ihn auch Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter zum 1. Mai. Passend zu unserem Mai-Motto: Solidarisch ist man nicht alleine!

In Corona-Zeiten heißt Solidarität: mit Anstand Abstand halten. Dennoch stehen wir am Tag der Arbeit zusammen – digital, in den sozialen Netzwerken, mit einer Live-Sendung am 1. Mai. Alle sollen sehen und hören: Wir sind da. Wir sind viele. Und wir halten zusammen!

Seid live dabei!

Am 1. Mai ab 11.00 Uhr auf der Homepage des DGB (www.dgb.de/erstermai), auf Facebook und Youtube. Mit Live-Acts von Künstler*innen, mit Talks und Interviews, mit Solidaritätsbeiträgen aus ganz Deutschland. Und auch Ihr seid gefragt! Was bedeutet für Euch Solidarität? Macht mit! (www.dgb.de/-/xUP)


Nach oben