Deutscher Gewerkschaftsbund

28.04.2021

Streitzeit: 1. Mai: Solidarität ist Zukunft!

Im letzten Jahr wurden die Mai-Feiern wegen der Corona-Pandemie bundesweit abgesagt und die zentrale Veranstaltung fand im Netz statt. Und auch im Jahr 2021 macht uns das Corona-Virus zum Teil einen Strich durch die Rechnung. Da es keine bundesweit einheitliche Regelung gibt, wird vor Ort je nach Pandemielage und den Auflagen entschieden, ob und wie der 1.Mai sichtbar und öffentlich stattfinden kann. Klar ist: Oberste Priorität hat selbstverständlich die Verantwortung für die teilnehmenden Kolleginnen und Kollegen sowie für unsere Kolleginnen in der Pflege und in Krankenhäusern. Sorgfalt und Rücksichtnahme sind für uns oberstes Gebot zur Vermeidung von Ansteckung und Weitergabe des Corona-Virus.

Solidarität ist Zukunft!

Wenn wir durch die Pandemie eines gelernt haben, dann das: Niemand bewältigt diese Krise allein. Es geht nur gemeinsam. Das ist Solidarität und damit das Gegenteil des Verständnisses, das viele, die gegen die Corona-Maßnahmen demonstrieren, an den Tag legen.

Hinzu kommt: Nicht der Markt hat uns bisher durch die Krise geholfen, sondern ein starker Sozialstaat. Deshalb ist der Sozialstaat nach der Krise zu stärken und auszubauen! 

In der Arbeitswelt hat sich einmal mehr gezeigt, dass die Beschäftigten dort besser durch die Krise gekommen sind, wo sich viele in Gewerkschaften organisieren: Hier gibt es bessere Arbeitsbedingungen, Mitbestimmung und Tarifverträge, auf denen man in Krisenzeiten (Stichwort Kurzarbeit) aufstocken kann.

Sicherheit in der Krise –  und erst recht danach!

Machen wir uns nichts vor: Die Kosten der Pandemie sind enorm. Und man muss kein Prophet sein, dass nun die alten Konzepte der Krisenbewältigung wieder aus den untersten Schubladen geholt werden: Steuererleichterungen, Entbürokratisierung, Sozialstaat beschneiden, Arbeitnehmer*innenrechte einschränken. Hier müssen und werden wir dagegenhalten:

Wir brauchen Steuergerechtigkeit und eine Umverteilung von oben nach unten. Starke Schultern müssen mehr tragen als schwächere – und vor allem viel mehr als es derzeit der Fall ist. Vermögen und leistungsloses Erben müssen in die Finanzierung der Gesellschaft einbezogen werden.

Wir brauchen mehr und allgemeinverbindliche Tarifverträge. Sie sind ein Instrument, um die Rechte der Beschäftigten abzusichern. Und sie sind Basis für gute Arbeit. Dort, wo es Tarifverträge gibt, konnte vielerorts erfolgreich über die Aufstockung von Kurzarbeitergeld verhandelt werden.

Wir brauchen einen starken Sozialstaat. Er muss ausgebaut, krisen- und zukunftssicher gemacht werden. Gesundheit, Pflege oder Rente sind kein Markt für private Geschäfte und Gewinne.

Das sind die Herausforderungen der Zukunft. Und auch wenn wir sie am 1. Mai nicht überall lautstark auf Plätzen und Straßen äußern können, sind sie damit nicht weg. Im Gegenteil: Wir werden unsere Vorstellungen in den nächsten Monaten mehr denn je einbringen. Denn Solidarität gilt in der Gegenwart und erst recht in der Zukunft!

Das Mai-Motto 2021: Solidarität ist Zukunft!

Das Mai-Motto 2021: Solidarität ist Zukunft! DGB

Flexibel und hybrid!

Auch mal was Neues: Der 1. Mai 2021 findet hybrid statt. Zum einen gibt es in Bayern Kundgebungen vor Ort – wenn auch mit stark reduzierten Teilnehmerzahlen. Zum anderen gibt es nach dem großen Erfolg im Vorjahr, organisiert vom DGB-Bundesvorstand, nachmittags wieder einen Livestream im Netz. Ab 14.00 Uhr könnt ihr unter www.dgb.de/erstermai Reden aus dem DGB-Bundesvorstand und den Gewerkschaften sowie Statements von Kolleginnen und Kollegen aus ganz Deutschland verfolgen. Kulturell begleitet wird der Stream von Poetry-Slam und Musik. Wer u.a. die Münchner Sängerin Ami Warning live erleben will, kann das über den Live-Stream tun. Eine musikalische Wucht!

Kollektiv gesungen wird auch wieder, diesmal das italienische Partisanen-Lied „Bella Ciao“. Wie ihr mitmachen könnt, erfahrt ihr hier: https://www.dgb.de/-/0J0

Und jetzt: Auf geht’s zum 1. Mai! #SolidaritätIstZukunft


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