Deutscher Gewerkschaftsbund

11.11.2016

Rentenreport Bayern 2016 unterstreicht dringenden Handlungsbedarf

Der Rentenreport Bayern 2016 unterstreicht den dringenden Handlungsbedarf bei der Rente. Anhand aktueller Daten und Fakten zeigt der DGB Bayern den rentenpolitischen Handlungsbedarf auf.

Das Niveau der gesetzlichen Rente wird seit Jahrzehnten immer weiter abgesenkt. Lag es im Jahr 2000 noch bei knapp 53 Prozent, sind es aktuell lediglich 47,9 Prozent.

Männer, die 2015 in Bayern in Rente gegangen sind, bekommen im Durchschnitt eine gesetzliche Rente von 1.049 Euro pro Monat. Sie müssen durchschnittlich mit knapp 30 Euro weniger auskommen als Männer, die vor 2015 in Rente gingen. Bei Frauen fällt die durchschnittliche gesetzliche Rente noch viel geringer aus. Rentnerinnen erhalten im Schnitt rund 40 Prozent weniger Rente als Männer. Ihre durchschnittliche gesetzliche Rente beträgt 616 Euro.

Mehr als Dreiviertel der Neurentnerinnen und etwa ein Drittel der Neurentner erhalten eine gesetzliche Altersrente, die unterhalb der Armutsgefährdungsschwelle von aktuell 1.025 Euro liegt. Mehr als die Hälfte der Frauen und immerhin fast ein Viertel der Männer müssen sogar mit weniger als 600 Euro Altersrente auskommen.

 

Der "Rentenreport Bayern 2016" ist der dritte Bericht des DGB Bayern zur Situation der Rentnerinnen und Rentner in Bayern. Bisher erschienen sind der "Rentenreport Bayern 2014" sowie der Report "Arbeitsqualität und Rente in Bayern".

DGB Bayern

Der Rentenreport des DGB Bayern zeigt, dass auch bei der Rente erhebliche regionale Unterschiede in Bayern bestehen. Die höchsten gesetzlichen Durchschnittsrenten für Männer, die 2015 in Rente gegangen sind, gibt es im Landkreis Erlangen-Höchstadt mit 1.284 Euro, gefolgt von denen im Landkreis Eichstätt mit 1.220 Euro. Schlusslicht ist die Stadt Landshut mit gesetzlichen Durchschnittsrenten für Männer von nur 724 Euro.

Frauen bekommen die höchste durchschnittliche Rente in der Landeshauptstadt München mit 763 Euro, gefolgt vom Landkreis München mit 738 Euro. Auf dem letzten Platz der gesetzlichen Durchschnittsrente für Frauen liegt der Landkreis Cham mit nur 462 Euro.

Um Altersarmut entgegen zu wirken und das Vertrauen in die gesetzliche Rentenversicherung zu stärken, brauchen wir einen Kurswechsel in der Rentenpolitik. Dazu zählt zuallererst den Sinkflug des gesetzlichen Rentenniveaus zu stoppen und es langfristig deutlich zu erhöhen.


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Reports zur Rente

Ren­ten­re­port Bay­ern 2014
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Der DGB Bayern präsentiert mit seinem „Rentenreport Bayern 2014“ Zahlen und Analysen zur aktuellen Lage der Rentnerinnen und Rentner.
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Stu­die des DGB Bay­ern: "Ar­beits­qua­li­tät und Ren­te in Bay­ern"
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Nur 42 % der befragten Beschäftigten in Bayern erwarten, dass sie ihre derzeitige Tätigkeit unter den gegebenen Umständen bis zum gesetzlichen Rentenalter uneingeschränkt ausüben können. Nur 17% gehen davon aus, dass ihre Rente aus Erwerbstätigkeit im Alter sehr gut oder gut ausreichen wird. Das sind zwei zentrale Ergebnisse der DGB-Studie "Arbeitsqualität und Rente in Bayern", die den großen Handlungsbedarf verdeutlichen.
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