Betriebs- und Personalratsnetzwerk trifft sich zur Schulung in Cham
Am Donnerstag, 23. Juli 2026, kamen Betriebs- und Personalratsmitglieder aus zahlreichen Betrieben der Region im Hotel am Regenbogen in Cham zu einer gemeinsamen Schulung des Betriebs- und Personalratsnetzwerks zusammen. Die Schulung richtete sich vorrangig an Mitglieder von Betriebs- und Personalräten. Referiert haben Katja Ertl (DGB), Rebecca Frank (IG Metall) und Magdalena Renner (DGB Rechtsschutz GmbH). Gemeinsam mit den Teilnehmenden wurden im Verlauf des Nachmittags verschiedene Themenschwerpunkte besprochen.
Gefahren im Betrieb
Ein Schwerpunkt lag auf dem Umgang mit Gefahren im Betrieb. Hier ging es darum, wie Betriebs- und Personalräte Gefährdungen frühzeitig erkennen und im Rahmen ihrer gesetzlichen Mitbestimmungsrechte im Arbeits- und Gesundheitsschutz aktiv Einfluss nehmen können.
Die Initiative „Vergiss nie, hier arbeitet ein Mensch"
Der Themenblock zu Gefahren im Betrieb knüpfte inhaltlich an die bundesweite DGB-Initiative „Vergiss nie, hier arbeitet ein Mensch" an. Mit dieser Initiative setzen der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften seit 2020 ein deutliches Zeichen gegen Beleidigungen, Bedrohungen und tätliche Angriffe auf Beschäftigte im öffentlichen Dienst und in weiteren publikumsintensiven Bereichen – etwa in der Pflege, bei der Polizei, im Rettungsdienst oder im öffentlichen Nahverkehr. Neben klassischer Gewalt rückt die Initiative zunehmend auch digitale Gewalt in den Fokus, die insbesondere Beschäftigte in Kommunen und Verwaltungen betrifft. Sie bietet Betroffenen konkrete Unterstützung, etwa über eine kostenfreie und anonyme Hilfe-Hotline (0800-116 006 0), sowie Beratungsangebote, Workshops und Ratgeber für Betriebe und Beschäftigte. Zugleich richtet der DGB über die Initiative klare Forderungen an Politik und Arbeitgeber, damit Beschäftigte ihre Arbeit sicher und ohne Angst vor Übergriffen ausüben können.
Betrieblicher und gewerkschaftlicher Austausch
Zunächst nutzten die anwesenden Betriebs- und Personalräte aus unterschiedlichen Branchen die Gelegenheit, sich untereinander über ihre jeweilige betriebliche Situation auszutauschen. Gerade der Blick über den eigenen Betrieb hinaus – der Vergleich mit Erfahrungen aus anderen Branchen und Betriebsgrößen – wurde als wertvoller Bestandteil der Veranstaltung wahrgenommen, da er hilft, eigene Herausforderungen besser einzuordnen und voneinander zu lernen.
Betriebsschließungen und Personalabbau: Rechtliche Handhabe und Mitbestimmung
Den größten Raum nahm die rechtliche Handhabe bei Betriebsschließungen und Personalabbau ein. Rebecca Frank und Magdalena Renner gingen dabei im Detail auf die Mitbestimmungsmöglichkeiten von Betriebs- und Personalräten in solchen Situationen ein: Wie lassen sich Betriebsänderungen frühzeitig erkennen? Wie kann die Mitbestimmung wirksam durchgesetzt werden? Und welche Rolle spielen Interessenausgleich und Sozialplan, wenn ein Betrieb tatsächlich schließt oder Stellen abgebaut werden sollen? Für viele der anwesenden Betriebs- und Personalräte sind dies Fragen von unmittelbarer praktischer Relevanz, da Strukturwandel und wirtschaftlicher Druck in verschiedenen Branchen der Region spürbar sind.
Netzwerk als fester Bestandteil der gewerkschaftlichen Arbeit vor Ort
Die Veranstaltung bot den anwesenden Betriebs- und Personalräten aus unterschiedlichen Branchen die Gelegenheit, sich fachlich auszutauschen und voneinander zu lernen – ein zentrales Anliegen des Netzwerks, das regelmäßig zu solchen Schulungen zusammenkommt. Getragen wird das Angebot von einem breiten gewerkschaftlichen Bündnis, das neben dem DGB unter anderem EVG, IG BAU, GEW, IGBCE, IG Metall, NGG und ver.di umfasst.
Bildnachweis: Ertl