DGB-Kreisvorstand Regensburg stellt Forderungspaket für die Kommunalwahl 2026 vor

Sechs Forderungen für sechs Jahre

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Der DGB Kreisvorstand Regensburg hat sein Forderungspaket für die Kommunalwahl 2026 vorgestellt. Unter dem Titel „Sechs Forderungen für sechs Jahre“ legt der DGB konkrete Maßnahmen vor, mit denen Stadt und Landkreis Regensburg soziale Teilhabe stärken, faire Arbeitsbedingungen sichern und die Lebensqualität aller Menschen in der Region verbessern können.

„Wir brauchen eine Politik, die soziale Gerechtigkeit, Mitbestimmung und Demokratie aktiv stärkt. Unsere sechs Forderungen sind ein konkreter Fahrplan für eine gerechte und zukunftsfähige Stadtentwicklung. Genau dafür legen wir heute unser Forderungspaket vor“, sagt Rico Irmischer, Kreisvorsitzender des DGB Regensburg.

Bezahlbaren Wohnraum schaffen

Die Gewerkschaften fordern eine Offensive für kommunalen und genossenschaftlichen Wohnungsbau, klare Quoten für geförderten Wohnraum sowie eine konsequente Bekämpfung von Leerstand. Wohnungslosigkeit müsse durch Prävention verhindert werden. Als Vorbild verweist der DGB auf erfolgreiche internationale Ansätze wie in Finnland.

Azubiwohnheim für Regensburg

Um dem Mangel an bezahlbarem Wohnraum für Auszubildende entgegenzuwirken, fordert der DGB ein kommunal getragenes Azubiwohnheim – am besten auf dem PLK-Gelände. Dazu brauche es die Zusammenarbeit von Stadt, Stadtbau GmbH, Kammern, Gewerkschaften und Betrieben. Gemeinschaftsräume und Mitbestimmungsstrukturen sollen demokratische Teilhabe der jungen Generation fördern.

Armut wirksam bekämpfen

Der DGB fordert, den Regensburger Armutsbericht stärker in den Mittelpunkt kommunaler Politik zu rücken. Maßnahmen gegen Kinder-, Alters- und Erwerbsarmut müssen verbindlich entwickelt und umgesetzt werden – unter Einbeziehung der Sozialverbände und Betroffenen selbst. Eine Umbenennung des Sozialausschusses solle die politische Priorität deutlicher sichtbar machen.

Für Integration, Vielfalt und Demokratie

Angesichts zunehmender Hetze und demokratiefeindlicher Tendenzen fordert der DGB eine Stärkung kommunaler Programme wie „Demokratie leben“, mehr antirassistische Bildungsarbeit in Schulen, Betrieben und Verwaltungen sowie eine Aufwertung der Erinnerungskultur. Regensburg müsse zudem weiterhin „Sicherer Hafen“ bleiben.

Tariftreue in der Stadt sichern

Öffentliche Aufträge sollen nach den Vorstellungen des DGB ausschließlich an tarifgebundene Unternehmen vergeben werden – auch in städtischen Beteiligungen. Tarifflucht und Outsourcing sollen beendet, Beschäftigte in unteren Entgeltgruppen bessergestellt und Kontrollmechanismen zur Einhaltung der Tariftreue gestärkt werden. „Tariflöhne sichern Qualität, stärken die lokale Wirtschaft und sorgen für faire Arbeitsbedingungen“, so Irmischer.

Mobilität sozial gerecht und klimafreundlich gestalten

Der DGB fordert ein sozial gerechtes 365-Euro-Ticket bzw. einkommensgestaffelte Preise sowie einen massiven Ausbau des ÖPNV, der Radwege und barrierefreier Verkehrsinfrastruktur in Stadt und Landkreis. Mobilität müsse bezahlbar, zuverlässig und klimafreundlich gestaltet werden.

DGB: „Regensburg braucht eine klare soziale Handschrift“

Mit den sechs zentralen Forderungen richtet der DGB einen deutlichen Appell an die künftigen kommunalen Entscheidungsträger*innen: „Eine soziale Stadt fällt nicht vom Himmel – sie entsteht durch politische Entscheidungen. Wir erwarten, dass der nächste Stadtrat soziale Gerechtigkeit, gute Arbeit und ein solidarisches Miteinander ins Zentrum stellt“, so Katja Ertl, stellvertretende Kreisvorsitzende.

Das Forderungspaket wird Anfang 2026 den Oberbürgermeister-Kandidatinnen und -Kandidaten vorgestellt und mit ihnen diskutiert. Gleichzeitig startet der DGB Regensburg eine breite Kampagne in den eigenen Gremien, in gewerkschaftlich organisierten Betrieben und Verwaltungen, um für die Durchsetzung der Forderungen und für eine hohe Wahlbeteiligung zu mobilisieren.

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