Zum Equal Pay Day hat der DGB gemeinsam mit einem breiten Bündnis aus Parteien und Gleichstellungsstelle in Neumarkt mit einer Verteilaktion in der Innenstadt ein deutliches Zeichen für Lohngerechtigkeit gesetzt. Mit Informationsmaterial und Gesprächen vor Ort machte der DGB darauf aufmerksam, dass Frauen in Deutschland im Durchschnitt weiterhin weniger verdienen als Männer – und dass die Lohnlücke nicht „von selbst“ verschwindet, sondern politisches Handeln und betriebliche Veränderungen braucht.
„Gleiche Bezahlung für Mann und Frau – ist kein Sonderrecht, sondern ein Recht auf Gleichbehandlung. Ein Recht, dass nicht nur den Frauen zugutekommt, sondern uns allen – und als Gesellschaft.“, sagt Olga Redda, Vorsitzende des DGB-Kreisverbands Neumarkt. Der DGB macht deutlich: Entgelttransparenz, tarifgebundene Bezahlung und starke Mitbestimmung sind zentrale Hebel, um Diskriminierung abzubauen und Einkommen fair zu gestalten.
Warum Equal Pay Day?
Der Equal Pay Day markiert symbolisch den Zeitraum, den Frauen – bezogen auf die Entgeltlücke – rechnerisch „unbezahlt“ arbeiten würden. Er steht damit jedes Jahr für eine klare Botschaft: Lohndiskriminierung hat strukturelle Ursachen – etwa Unterschiede in der Bewertung von Berufen, hohe Teilzeitquoten, fehlende Aufstiegschancen, unfaire Zuschläge oder intransparente Entgeltstrukturen.
Was jetzt zu tun ist
Der DGB fordert konkrete Schritte für mehr Gerechtigkeit:
- Mehr Tarifbindung: Tarifverträge sorgen für faire Löhne und klare Regeln.
- Entgelttransparenz stärken: Beschäftigte müssen wissen können, nach welchen Kriterien bezahlt wird.
- Aufwertung von „typischen Frauenberufen“: Pflege, Erziehung, Einzelhandel und Dienstleistung müssen besser bezahlt werden.
- Vereinbarkeit verbessern: Gute Kinderbetreuung, verlässliche Arbeitszeiten und faire Teilzeitmodelle verhindern Karriereknicke.
- Mitbestimmung ausbauen: Wo Betriebsräte stark sind, ist Diskriminierung schwerer durchzusetzen.
Gespräche, die Mut machen
Bei der Verteilaktion in Neumarkt wurden viele kurze, aber wichtige Gespräche geführt: über Löhne, über Anerkennung, über Belastungen – und darüber, wie Beschäftigte gemeinsam stärker werden. Denn klar ist: Lohngerechtigkeit entsteht nicht im Alleingang, sondern durch Solidarität, Organisation und politische Entscheidungen. Der DGB wird das Thema weiter sichtbar machen – in den Betrieben, in der Region und gegenüber der Politik.
Bildnachweis: Olga Redda