Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 75 - 30.11.2023

Kampf gegen das Erstarken der AfD: Der Staat muss den Menschen soziale Sicherheit geben

Warum die AfD von Erwerbstätigen gewählt wird: Studie des WSI legt Erkenntnisse vor.

Wer vorhat, die AfD zu wählen, berichtet deutlich häufiger als der Durchschnitt von problematischen Arbeitsbedingungen, mangelnder Anerkennung im Job sowie Belastungen und Sorgen. Unter anderem zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie des Wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Instituts der Hans-Böckler-Stiftung (WSI), die am heutigen Donnerstag vorgestellt wurde. Diese Erkenntnis deckt sich auch mit den Analysen des DGB aus der bayerischen Landtagswahl 2023. So seien diejenigen Stimmkreise, in denen das AfD-Wahlergebnis besonders hoch war i.d.R. auch diejenigen, in denen besonders viele Beschäftigte im Niedriglohnsektor arbeiteten.

Der DGB Bayern fordert daher die Politik auf allen Ebenen und die Arbeitgeber dazu auf, diese Erkenntnisse ernst zu nehmen und darauf zu reagieren. „Wenn die Menschen vernünftig bezahlt, wertgeschätzt und ihre Sorgen ernstgenommen werden, dann haben sie auch wieder mehr Vertrauen in die demokratischen Institutionen und Parteien,“ so der bayerische DGB-Vorsitzende Bernhard Stiedl. „Gesellschaftliche Veränderungsprozesse dürfen nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden. Der derzeitige Streit um den Bundeshaushalt und die Schuldenbremse darf nicht dazu führen, dass Rentnerinnen und Rentnern die Rente gekürzt wird oder dass wichtige Investitionen in unsere Infrastruktur ausbleiben. Der Staat muss den Menschen soziale Sicherheit geben.“

Der Kampf gegen Rechts und für die Demokratie ist seit jeher Teil der gewerkschaftlichen DNA. Daher sagt Stiedl abschließend: „Der Rechtsruck in unserer Gesellschaft und die Wahlergebnisse der AfD sind für jeden Demokraten und jede Demokratin ein Alarmsignal. Wir müssen alles tun um die Demokratie zu verteidigen und zu stärken! Nie wieder ist jetzt!“


Nach oben

Themenverwandte Beiträge

Pressemeldung
Aktionen gegen Rechtsextremismus: Der DGB ruft zur Teilnahme an Demonstrationen und Kundgebungen auf
Der Deutsche Gewerkschaftsbund und seine Mitgliedsgewerkschaften treten geschlossen für die Verteidigung der Demokratie ein und rufen dazu auf, entschlossen gegen rechtsextreme Bestrebungen vorzugehen. „Nicht erst seit der Recherche des Correctiv-Magazins ist der Rechtsruck in unserer Gesellschaft bemerkbar. Das ist nur die Spitze des Eisbergs. Jetzt ist es wichtig, ein klares Zeichen gegen Rechts zu setzen“, so die stellvertretende Vorsitzende des DGB Bayern, Verena Di Pasquale. Zur Pressemeldung
Pressemeldung
Verfassungsfeinde haben im Bayerischen Landtag nichts zu suchen!
Auf Einladung zweier AfD-Abgeordneter waren Mitglieder von Organisationen, die vom bayerischen Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestuft und beobachtet werden, vor wenigen Tagen im Bayerischen Landtag zu Gast. Zur Pressemeldung
Pressemeldung
Erinnern heißt kämpfen. DGB-Jugend Bayern erinnert an Opfer des Nationalsozialismus
Seit über 70 Jahren erinnert die DGB-Jugend Bayern jährlich an die Opfer des Nationalsozialismus. Auch am heutigen Sonntag trug sie in der KZ-Gedenkstätte Dachau ihre Gedenkveranstaltung aus. In Zeiten, in denen jüdische Gräber geschändet werden, in denen auf den Straßen unverhohlen die Auslöschung Israels beschwört wird, und in denen der stellvertretende bayerische Ministerpräsident nach Bekanntwerden seiner rechtsextremen Haltung mindestens während der Jugendzeit nicht nur im Amt belassen, sondern von den Menschen per Direktmandat erneut in den Landtag gewählt wurde, war das Motto „Erinnern heißt kämpfen“ aktueller denn je. Zur Pressemeldung

RSS-Feed

Subscribe to RSS feed
Pressemitteilungen des DGB Bayern