Fast 6.000 Gewerkschafter*innen demonstrierten am 1. Mai auf dem Marienplatz. Unter dem Motto „Erst unsere Jobs, dann eure Profite!“ machen die Gewerkschaften deutlich: Gute Arbeit, sichere Arbeitsplätze und soziale Sicherheit müssen immer Vorrang haben vor kurzfristigen Renditeinteressen.
Auch aktuell befinden sich Beschäftigte in Tarifauseinandersetzungen für bessere Löhne und gute Arbeit. Die Münchner DGB-Vorsitzende Simone Burger begrüßte daher die Kolleg*innen bei der Telekom, bei der Postbank, im Handel, bei AVNET und beim BfZ (Erwachsenenbildung). Solidarisch zeigte sich die Kundgebung mit der Aktionsbündnis Psychotherapie. Psychotherapie darf kein Luxus sein.
Zur Begrüßung sagte Burger: „Der Ton geändert: Wir sind angeblich zu bequem geworden, wollten nur noch ‚Work-Life Balance‘, unsere Leistung ist angeblich nicht gut genug und außerdem sind wir viel zu oft krank. Das ist nicht nur falsch, es ist auch wie man in Südbayern sagt ausgschamt. Denn das ist nicht die Realität, in der wir leben. Nicht nur diese Welt ist anstrengend, auch unser Arbeitsleben ist anstrengend. Die Arbeitsverdichtung nimmt weiter zu. Die technischen Herausforderungen, sind Herausforderungen. Und aktuell macht jeder 5te Beschäftigte unbezahlte Überstunden.“
„Gerade deshalb ist der 1. Mai ist kein überflüssiger Feiertag. Er ist dringend notwendig, in einer Zeit in der der Sozialstaat angegriffen und Arbeitnehmer*innenrechte in Frage gestellt werden. Wir Gewerkschaften haben lange für den 8-Stunden-Tag gekämpft und wir lassen ihn uns nicht einfach kampflos nehmen, genauso wenig wie den 1. Mai als Feiertag.“
Jedes Jahr einigen sich die Münchner Gewerkschaften auf ein Thema, das ihnen gemeinsam in diesem Jahr besonders wichtig ist: In diesem Jahr die Angriffe auf den Sozialstaat. Den Redebeitrag hielt Mario Küpper, er ist der Betriebsrat bei Paulaner.
„Krankheit ist kein persönliches Versagen. Krankheit ist ein Lebensrisiko. Und genau dafür gibt es den Sozialstaat. Deshalb nein zu Karenztagen und Angriffen auf die Lohnfortzahlung. Wir wollen einen Sozialstaat, der schützt, der absichert und der die Realität der Menschen ernst nimmt.“ So Küpper
Die Jugendrede hielt in diesem Jahr Leon Ramm von der GEW.
„Es ist unsere Zukunft und wir wollen sie in einer solidarischen und friedlichen Gesellschaft verbringen. Und genau das rufe ich den Kolleg*innen meiner Generation zu: Organisiert Euch in den Gewerkschaften, gegen Ausbeutung und schlechte Bezahlung in der Ausbildung, gegen Krieg und Wehrpflicht für eine Zukunft des Friedens, der Sicherheit und der Solidarität! Wir sagen Nein zur Wehrpflicht“ - Leon Ramm
Christiane Benner, Vorsitzende der IG Metall hielt in diesem Jahr die Hauptrede. Hier finden sie einige Zitate aus seiner Rede:
„Sozialabbau schafft kein Wirtschaftswachstum. Der Industriestandort Deutschland steht vor großen Herausforderungen. Wir lösen keines unserer Probleme, indem wir Beschäftigten ihre Rechte wegnehmen und Leistungen kürzen. Sondern durch wettbewerbsfähige Energiepreise, den Ausbau erneuerbarer Energien und Innovationen. Durch Investitionen in industrielle Zukunftsfelder wie humanoide Robotik, Künstliche Intelligenz, Kreislaufwirtschaft, Batterienfertigung- und recycling. Neues gestalten, aber auch Kerne erhalten, Arbeitsplätze in Industrie und Handwerk sichern. Zukunft gestalten. Darum geht es!”
”Zukunftsfelder, wie alle anderen Branchen brauchen wirkungsvolle Mitbestimmung, engagierte Betriebsräte, starke Gewerkschaften. So sichern wir gute und faire Arbeit und Tarifverträge für alle. Das haben wir bei den erfolgreichen Betriebsratswahlen auch bei vielen Betrieben in Bayern unter Beweis gestellt und das werden wir in einer erfolgreichen Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie auch tun!“