Schon Konstatin der Große wusste: „Alle Richter, Stadtleute und Gewerbetreibende sollen am verehrungswürdigen Tag der Sonne ruhen.“ Das war 321 nach Christus und galt für das Römische Reich. Der Sonntagsschutz war eingeführt. Mehr als 1700 Jahre später erinnern wir jährlich am
3. März, mit dem „Internationalen Tag des Freien Sonntags“, nicht nur an diesen Erlass, sondern vor allem daran, dass auch das Grundgesetz den Sonntag als Tag der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung gesetzlich schützt (Art. 140 GG).
Dieses Jahr feiert das Bündnis „Allianz für den freien Sonntag“ (Sonntagsallianz) am 3. März ihr 20-jähriges bundesweites Jubiläum. In Augsburg setzt sich die „Sonntagsallianz“ aus der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB), der Katholischen Betriebsseelsorge im Bistum Augsburg, dem Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt der Evang.-Luth. Kirche in Bayern (kda) sowie dem Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und seiner Mitgliedsgewerkschaft Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) zusammen. Mit vereinten Kräften setzt sich die Sonntagsallianz für die Bedeutung und Erhaltung des Ruhetags ein. Der Sonntag als Tag für Familie, Glaube, Kultur, Sport, Ehrenamt, Geselligkeit aber auch Erholung und Ruhe ist ein hohes Gut unserer Gesellschaft, das es zu bewahren gilt.
Das 2025 in Kraft getretene Bayerische Ladenschlussgesetz öffnet die Pforten für 24/7-, rund-um-die-Uhr-, Supermärkte und bedroht durch eine Vielzahl von Ausnahmeregelungen die geschützte Sonn- und Feiertagsruhe in Bayern. Sieben Kläger:innen (reale Personen) haben daher eine Popularklage auf den Weg gebracht, mit der gegen das Gesetz am Bayerischen Verwaltungsgerichtshof vorgegangen wird. Bis Mitte März hat der Bayerische Landtag Zeit, Stellung zur Popularklage zu nehmen.
Der KAB-Landespräsens Michael Wagner tritt vor dem Bayerischen Verfassungsgerichtshof mit als Kläger auf und erklärt dazu: „Ausgerechnet eine christliche Regierungspartei greift im neuen Ladenschlussgesetz in einem bisher nicht dagewesenen Ausmaß die verfassungsrechtlich geschützte Sonn- und Feiertagsruhe in Bayern an.
Das ist nicht nur ein Angriff auf die Rechte der Arbeitnehmer:innen im Handel, sondern auch auf Werte wie Familie, Ehrenamt, Gemeinschaft, Solidarität und Religionsausübung. Denn ihnen ist der Sonntag als Tag der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung gewidmet.“
Die Sonntagsallianz Augsburg engagiert sich seit 2007 für den Erhalt des arbeitsfreien Sonntags, der einen zentralen Bestandteil der katholischen Soziallehre darstellt. Dies nicht gekoppelt an die aktuelle Popularklage.
Selbstverständlich gibt es zahlreiche Bereiche, wie z.B. Pflege, Einrichtungen der öffentlichen Sicherheit und Ordnung oder Infrastruktur, die ohnehin aus dem bekannten „Werktags“-Raster fallen und auch an Sonntagen beackert werden müssen. Die Sonntagsallianz in Augsburg plädiert dafür, die sonntägliche Beschäftigung nicht über die bisher bestehenden Regelungen auszuweiten und die Aufmerksamkeit der Gesellschaft für den besonderen „Tag des Herren“ zu sensibilisieren.