Die Bezirkskonferenz des DGB Bayern hat am Samstag eine Resolution zur Arbeitszeit beschlossen. Unter dem Titel „Acht Stunden sind genug – heute und in Zukunft“ stellt der DGB Bayern klar: Der Acht-Stunden-Tag bleibt ein unverzichtbares Schutzrecht für die Beschäftigten – auch und gerade in Zeiten des wirtschaftlichen und technologischen Wandels. Mit dem Beschluss wendet sich der DGB Bayern entschieden gegen Forderungen nach längeren täglichen Arbeitszeiten und gegen Bestrebungen, das Arbeitszeitgesetz aufzuweichen. In einer Arbeitswelt, die von hoher Verdichtung, zunehmendem Zeitdruck und wachsenden Belastungen geprägt ist, wären längere Arbeitstage ein Rückschritt – zulasten der Gesundheit der Beschäftigten. Der Vorsitzende des DGB Bayern, Bernhard Stiedl, erklärte: „Der Acht-Stunden-Tag steht für Schutz, Verlässlichkeit und Würde in der Arbeit. Wer heute längere Arbeitstage fordert, blendet aus, wie sehr viele Beschäftigte bereits heute gefordert sind. Die Realität in den Betrieben zeigt: Die Belastungsgrenzen sind vielerorts längst erreicht.“ Stiedl betonte, dass wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nicht durch immer längere Arbeitszeiten entstehe. Entscheidend seien gute Arbeitsbedingungen, ausreichend Personal und verlässliche tarifliche Regelungen, die Gesundheit schützen und Planbarkeit ermöglichen. Auch die neu gewählte stellvertretende Vorsitzende des DGB Bayern, Marietta Eder, machte deutlich, worum es in der Arbeitszeitdebatte aus Sicht der Beschäftigten geht: „Arbeitszeiten bestimmen, wie gut sich Arbeit und Leben miteinander vereinbaren lassen. Wenn Arbeitszeiten entgrenzt werden, zahlen am Ende die Beschäftigten die Zeche – mit ihrer Gesundheit und mit weniger Zeit für Familie, Pflege und Erholung. Das ist nicht akzeptabel.“ Tarifverträge und Mitbestimmung zeigen seit Jahren, dass flexible Arbeitszeitmodelle möglich sind, ohne Schutzstandards aufzugeben. Voraussetzung dafür sind eine starke Tarifbindung, funktionierende betriebliche Mitbestimmung und eine gut ausgebaute soziale Infrastruktur, die Beschäftigte entlastet und eine faire Verteilung von Sorgearbeit ermöglicht. Mit der Resolution fordert der DGB Bayern Politik und Arbeitgeber auf, den Acht-Stunden-Tag und den Gesundheitsschutz im Arbeitszeitrecht zu verteidigen und weiterzuentwickeln. Arbeitszeitpolitik müsse sich an den Bedürfnissen der Menschen orientieren – nicht an Forderungen nach immer mehr Verfügbarkeit. |
Acht Stunden sind genug – heute und in Zukunft
Bezirkskonferenz des DGB Bayern positioniert sich klar in der Arbeitszeitdebatte