Arbeitsmarkt: Industriearbeitsplätze sichern statt Strukturwandel dem Markt überlassen
Stiedl: „Bayerns Industrie braucht jetzt eine aktive Industriepolitik mit klaren Local-Content-Regeln.“
Die aktuellen Arbeitsmarktzahlen zeigen: Der Arbeitsmarkt in Bayern bleibt unter Druck. Besonders der anhaltende Beschäftigungsabbau in der Industrie belastet viele Regionen und ihre Beschäftigten. Der tiefgreifende Umbau der Automobil- und Zuliefererindustrie, hohe Energiepreise, wachsende internationale Konkurrenz und ausbleibende Zukunftsinvestitionen führen dazu, dass immer mehr gut bezahlte Industriearbeitsplätze verloren gehen.
Für den DGB Bayern ist deshalb klar: Die Sicherung industrieller Wertschöpfung muss endlich wieder zu einer zentralen wirtschaftspolitischen Aufgabe werden. Bayern braucht eine aktive Industriepolitik, die Investitionen fördert, Innovationen ermöglicht und Beschäftigung am Standort sichert. Dazu gehören auch wirksame Local-Content-Lösungen, die öffentliche Investitionen stärker an heimische Wertschöpfung, gute Arbeitsbedingungen und tarifgebundene Unternehmen knüpfen.
Der Vorsitzende des DGB Bayern, Bernhard Stiedl, erklärt dazu: „Der Verlust von Industriearbeitsplätzen ist längst keine abstrakte Zukunftsfrage mehr, sondern bittere Realität für viele Beschäftigte. Wenn der Staat Milliarden in die Transformation investiert, dann muss dieses Geld auch dazu beitragen, gute Arbeitsplätze und industrielle Wertschöpfung in Bayern und Deutschland zu sichern. Öffentliche Investitionen müssen stärker an regionale Produktion, Tarifbindung und nachhaltige Beschäftigung gekoppelt werden.“
Nach Auffassung des DGB Bayern müssen industriepolitische Leitplanken und Local-Content-Vorgaben einen wichtigen Beitrag leisten, um industrielle Kerne zu erhalten und den Umbau klimaneutraler Technologien erfolgreich zu gestalten. Wer Zukunftstechnologien fördert, müsse gleichzeitig dafür sorgen, dass Produktion, Know-how und qualifizierte Arbeitsplätze nicht dauerhaft ins Ausland verlagert werden.
„Transformation gelingt nur mit den Beschäftigten – nicht gegen sie. Wir brauchen jetzt Investitionen in moderne Produktionsstandorte, Qualifizierung, Forschung und moderne Infrastruktur statt eines schleichenden Rückzugs der Industrie. Wer die industrielle Basis verliert, gefährdet Wohlstand, Innovation und den sozialen Zusammenhalt gleichermaßen“, so Stiedl abschließend.