Am 1. März beginnen bundesweit die Betriebsratswahlen. Auch in Bayern sind Beschäftigte bis zum 31. Mai aufgerufen, ihre Interessenvertretung neu zu wählen. „Mitbestimmung ist gelebte Demokratie im Arbeitsalltag. Gerade jetzt, wo Betriebe sich durch Digitalisierung, neue Technologien und strukturelle Veränderungen neu aufstellen, brauchen Beschäftigte eine starke Stimme und verbindliche Mitspracherechte im Betrieb“, erklärt der Vorsitzende des DGB Bayern, Bernhard Stiedl. „Ob im Industriebetrieb, im Handwerk oder im Dienstleistungsbereich – Beschäftigte müssen bei der Gestaltung ihrer Arbeitsbedingungen mitbestimmen.“ Mit rund 7,8 Millionen Erwerbstätigen ist Bayern einer der wichtigsten Wirtschaftsstandorte Deutschlands. In tausenden Betrieben im Freistaat vertreten engagierte Betriebsrätinnen und Betriebsräte die Interessen der Beschäftigten. Sie verhandeln Arbeitszeitregelungen, begleiten Umstrukturierungen, sichern Qualifizierung und kämpfen für gute Arbeitsbedingungen. Nach dem IAB Betriebspanel 2024 arbeiten in Bayern jedoch nach wie vor mehr als die Hälfte der Beschäftigten in Betrieben ohne betriebliche Interessenvertretung – hier besteht gerade im Wandel großer Nachholbedarf. Dass Mitbestimmung nicht nur den Beschäftigten, sondern auch der Wirtschaft zugutekommt, ist wissenschaftlich belegt. Studien der Hans-Böckler-Stiftung und arbeitsmarktökonomische Analysen zeigen, dass Betriebe mit Betriebsrat im Durchschnitt produktiver sind, stärker in Weiterbildung investieren und wirtschaftliche Veränderungen stabiler bewältigen. „Damit stärkt Mitbestimmung auch die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Bayern“, betont Stiedl. Mitbestimmung ist jedoch auch in Bayern keine Selbstverständlichkeit. Immer wieder werden Betriebsratsgründungen behindert und Betriebsrätinnen und Betriebsräte mit Hilfe spezialisierter Anwaltskanzleien unter Druck gesetzt. Stiedl stellt klar: „Union Busting ist kein Kavaliersdelikt, sondern ein Verbrechen. Arbeitgeber verstoßen damit nicht nur gegen das Strafgesetzbuch, sie missachten auch einen der Grundpfeiler unserer Demokratie.“ Die Betriebsratswahlen gehören in Deutschland zu den Wahlen mit der höchsten Wahlbeteiligung. Bei den letzten Wahlen 2022 lag diese, trotz erschwerter Bedingungen durch die Corona-Pandemie, nach einer Auswertung der Hans-Böckler-Stiftung bei 71,9 Prozent „Beschäftigte wissen um die Bedeutung ihrer Stimme und nutzen ihre demokratischen Rechte im Betrieb“, so Stiedl abschließend. Hintergrund: Der DGB wirbt mit seiner Kampagne „Wähl dich stark“ für eine hohe Wahlbeteiligung und mehr betriebliche Mitbestimmung: www.dgb.de/betriebsratswahl Weitere Infos rund um die Betriebsratswahl: https://www.dgb.de/service/ratgeber/betriebsratswahlen/ |
Betriebsratswahlen 2026: Mitbestimmung stärkt Bayerns Wirtschaft und Demokratie
Stiedl: „Gerade im Wandel brauchen Beschäftigte eine starke Stimme und verbindliche Mitspracherechte im Betrieb.“