Bundesweite Aktionstage für einen Mietenstopp: DGB Bayern macht Druck gegen steigende Mieten

Stiedl: „Die Entwicklung reicht längst weit über München hinaus.“

Datum

Ordnungsnummer PM 49

Vom 3. bis 5. Juli finden bundesweit Aktionstage für einen Mietenstopp statt. Auch in Bayern machen regionale Bündnisse mit DGB-Beteiligung mit Aktionen auf die dramatische Entwicklung bei den Mieten aufmerksam. Der DGB Bayern nimmt die Aktionstage zum Anlass, den Druck für einen sofortigen sechsjährigen Mietenstopp zu erhöhen.

„Wohnen darf kein Luxus sein – doch genau das ist für immer mehr Menschen im Freistaat der Fall“, sagt Bernhard Stiedl, Vorsitzender des DGB Bayern. „Wer heute eine neue Wohnung sucht, ist in vielen Städten Bayerns mit massiv gestiegenen Mieten konfrontiert. Die Entwicklung reicht längst weit über München hinaus. Die Bundesregierung muss jetzt handeln und Mieterinnen und Mietern mit einem sechsjährigen Mietenstopp unmittelbar Luft verschaffen.“

Die Zahlen unterstreichen den Ernst der Lage. In München stieg die mittlere Angebotsmiete binnen zehn Jahren von 15,34 auf 23,26 Euro pro Quadratmeter – ein Plus von 51,6 Prozent. Auch außerhalb der Landeshauptstadt sind die Steigerungen erheblich: In Augsburg erhöhten sich die Angebotsmieten von 8,90 auf 14,54 Euro pro Quadratmeter, ein Anstieg um 63,4 Prozent. In Kempten im Allgäu lagen sie Anfang 2026 mit 14,00 Euro pro Quadratmeter sogar um 85,9 Prozent über dem Niveau von 2016. In Hof stiegen sie im selben Zeitraum um 69 Prozent – von 4,58 auf 7,74 Euro pro Quadratmeter.

„Das zeigt: Steigende Mieten sind längst kein ausschließliches Problem der Metropolen mehr“, so Stiedl. „Ein Mietenstopp ist notwendig, um die Preisspirale zu bremsen und Menschen vor weiteren Belastungen zu schützen. Er ersetzt aber keine Wohnungspolitik, die dauerhaft bezahlbaren Wohnraum schafft und sichert.“

Konkret fordert der DGB Bayern neben einem Mietenstopp:

  • einen massiven Ausbau von öffentlichem und sozialem Wohnungsbau,
  • die konsequente Umsetzung einer neuen Wohnungsgemeinnützigkeit, damit dauerhaft bezahlbarer Wohnraum entsteht und gesichert wird,
  • eine wirksame Mietpreisbremse sowie ein konsequentes Vorgehen gegen Mietwucher,
  • eine klare Verpflichtung der Kommunen, beim Neubau das Gemeinwohl in den Mittelpunkt zu stellen.

„Wohnen ist ein Grundrecht – keine Ware. Es ist höchste Zeit, dass Bund, Länder und Kommunen wieder Verantwortung übernehmen: mit wirksamen Regeln gegen explodierende Mieten und mit einer Wohnungspolitik, die bezahlbaren Wohnraum schafft und dauerhaft sichert“, so Stiedl abschließend.

Quelle: Die verwendeten Daten zur Mietpreisentwicklung stammen aus der empirica Preisdatenbank (VALUE Marktdaten) und bilden Angebotsmieten im Median ab. Sie zeigen damit die Marktdynamik bei Neuvermietungen und sind nicht mit Bestandsmieten gleichzusetzen.

Weitere Informationen unter www.mietenstopp.de.

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