DGB Bayern fordert: Urlaub muss für alle drin sein!

Stiedl: „Wer immer mehr Leistung fordert, muss erstmal dafür sorgen, dass sie sich für die Beschäftigten auch lohnt.“

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Ordnungsnummer 55

Stiedl: „Wer immer mehr Leistung fordert, muss erstmal dafür sorgen, dass sie sich für die Beschäftigten auch lohnt.“

Nach aktuellen Zahlen des Bayerischen Landesamts für Statistik konnten sich im Jahr 2025 rund 1,9 Millionen Menschen in Bayern keine einwöchige Urlaubsreise außerhalb des eigenen Zuhauses leisten. Das entspricht 15 Prozent der Bevölkerung. Besonders hoch ist der Anteil bei Alleinerziehenden und ihren Kindern: Fast jeder dritte Alleinerziehenden-Haushalt kann eine solche Reise nicht finanzieren.

Dazu erklärt Bernhard Stiedl, Vorsitzender des DGB Bayern: „Eine Woche im Jahr rauszukommen, Abstand vom Alltag zu gewinnen und Zeit mit der Familie zu verbringen, darf keine Frage des Geldbeutels sein. Wenn das für fast zwei Millionen Menschen im Freistaat am Geld scheitert, ist das ein deutliches Alarmsignal. Gerade Alleinerziehende schultern im Alltag enorme Belastungen. Dass gemeinsame Erholung für viele von ihnen kaum finanzierbar ist, verschärft die ohnehin bestehende soziale Ungleichheit.“

Umso befremdlicher ist eine politische Debatte, die den Menschen immer mehr Leistung und längere Arbeitszeiten abverlangt. Viele Beschäftigte leisten längst jeden Tag viel, ohne dass sich ihr Einsatz ausreichend im Geldbeutel bemerkbar macht. „Wer immer mehr Leistung fordert, muss erstmal dafür sorgen, dass sie sich für die Beschäftigten auch lohnt. Dafür braucht es faire Löhne und eine deutlich höhere Tarifbindung“, fordert Stiedl.

Wie konkret Tarifverträge das Leben der Beschäftigten verbessern, zeigt sich gerade beim Urlaubsgeld. In der Privatwirtschaft erhalten 73 Prozent der Beschäftigten mit Tarifvertrag eine solche zusätzliche Leistung. Ohne Tarifvertrag sind es lediglich 35 Prozent. Insgesamt bekommt damit nicht einmal jeder zweite Beschäftigte in der Privatwirtschaft Urlaubsgeld.

Mehr Tarifbindung entsteht allerdings nicht durch Appelle allein. Arbeitgeber müssen ihre Tarifflucht beenden, an den Verhandlungstisch zurückkehren und Tarifverträge abschließen. Zugleich muss die Politik die Voraussetzungen dafür schaffen, dass tarifliche Standards wieder für mehr Beschäftigte gelten.

„Tarifverträge müssen leichter für ganze Branchen allgemeinverbindlich erklärt werden können. Auch der Freistaat steht in der Verantwortung: Wer öffentliche Aufträge erhält, muss seine Beschäftigten nach tariflichen Standards bezahlen. Der Staat darf Lohndumping nicht mit Steuergeld belohnen“, so Stiedl abschließend.

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