Auf der 23. Ordentlichen Bezirkskonferenz des DGB Bayern hat die DGB-Jugend Bayern ein deutliches Zeichen für bezahlbares Wohnen für junge Menschen in Ausbildung gesetzt. Im Mittelpunkt stand die Forderung nach einem massiven Ausbau von Azubi-Wohnheimen in Bayern. Anlass ist die weiterhin dramatische Wohn- und Lebenssituation vieler Auszubildender im Freistaat. Hintergrund der Aktion sind die Ergebnisse einer landesweiten Befragung der DGB-Jugend Bayern aus dem November 2025. Mehr als 800 Auszubildende hatten sich an der Umfrage „Wie wir wohnen wollen“ beteiligt. Die Zahlen zeigen: Wohnen ist für viele Azubis kaum noch bezahlbar. Im Durchschnitt geben sie rund 550 Euro für Miete und über 100 Euro für Mobilität aus – bei einem monatlichen Einkommen von knapp 1.000 Euro netto. Fast 70 Prozent der Befragten wohnen noch bei ihren Eltern, nicht unbedingt weil sie es wollen, sondern aus finanzieller Notwendigkeit. Eine aktuelle Pestel-Studie bestätigt die dramatische Lage auf dem bayerischen Wohnungsmarkt: bis Ende 2024 hatte sich ein Mangel an 233.000 Wohnungen in Bayern angehäuft – die zweitgrößte Lücke bundesweit. Durch das starke Bevölkerungswachstum in den kommenden Jahren wird der Bedarf weiter steigen: Bis 2030 könnten bis zu 470.000 Wohnungen fehlen. Besonders junge Menschen, darunter Auszubildende, sind von der Wohnungsnot stark betroffen. Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum bremst nicht nur das eigenständige Leben junger Menschen, sondern hat sich auch zu einem gravierenden Wirtschaftsproblem entwickelt, da fehlender Wohnraum Fachkräftegewinnung und Ausbildung erschwert. „Ausbildung darf nicht davon abhängen, ob man sich eine Wohnung leisten kann oder nicht“, sagt Anna Gmeiner, Bezirksjugendsekretärin des DGB Bayern. „Viele junge Menschen müssen jeden Cent zweimal umdrehen. Hohe Mieten, niedrige Vergütungen und steigende Lebenshaltungskosten machen Ausbildung für immer mehr Azubis zu einem finanziellen Kraftakt.“ Auf der Bezirkskonferenz brachte die DGB-Jugend Bayern diese Realität sichtbar in die politische Debatte ein und adressiert ihre Forderungen auch direkt an die bayerische Staatsregierung und Ministerpräsident Markus Söder. „Es braucht jetzt seitens der Politik ganz konkrete Schritte: mehr öffentliche Investitionen, mehr Azubi-Wohnheime und eine konsequente Nutzung des Bundesprogramms ,Junges Wohnen‘“, so Gmeiner weiter. „Wer Fachkräfte sichern will, muss Ausbildung attraktiv machen – und dazu gehört an erster Stelle ein Dach über dem Kopf.“ Die DGB-Jugend Bayern fordert die Staatsregierung auf, Wohnen als zentrale soziale Frage für junge Menschen ernst zu nehmen und Ausbildung nicht länger dem Wohnungsmarkt zu überlassen. Die Zusammenfassung der Umfrageergebnisse der DGB-Jugend Bayern zur Wohnsituation von Auszubildenden in Bayern finden Sie hier. |
DGB-Jugend Bayern setzt Zeichen für bezahlbares Wohnen auf Bezirkskonferenz des DGB Bayern
Azubi-Wohnheime jetzt bauen – Ausbildung darf kein Armutsrisiko sein