Gute Renten brauchen gute Arbeit statt längerer Lebensarbeitszeit

Stiedl: „Ein höheres Rentenalter löst keine Probleme, sondern verlagert sie auf die Beschäftigten.“

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Ordnungsnummer PM 46

Nach den Vorschlägen der Rentenkommission der Bundesregierung zur Zukunft der Alterssicherung hat die DGB-Rentenkommission heute eigene Empfehlungen vorgelegt. Der DGB Bayern sieht darin einen wichtigen Impuls für eine Debatte, die sich zuletzt zu stark auf längere Lebensarbeitszeiten und mögliche Einschnitte bei der gesetzlichen Rente konzentriert hat.

Der Vorsitzende des DGB Bayern, Bernhard Stiedl, erklärt: „Wer die gesetzliche Rente sichern will, muss bei der Arbeit ansetzen. Gute Löhne, starke Tarifbindung und sichere sozialversicherungspflichtige Beschäftigung sorgen für stabile Einnahmen der Rentenversicherung. Ein höheres Rentenalter löst dagegen keine Probleme, sondern verlagert sie auf die Beschäftigten.“

Die Empfehlungen der DGB-Rentenkommission setzen genau dort an, wo die Debatte zuletzt zu kurz gegriffen hat: Sie wollen die gesetzliche Rente wieder konsequent am Ziel der Lebensstandardsicherung ausrichten, ihre Finanzierung auf eine breitere Grundlage stellen, eine weitere Anhebung des Renteneintrittsalters ausschließen und die betriebliche Altersversorgung durch verpflichtende Arbeitgeberbeiträge als zweite Säule der Alterssicherung stärken. Für den DGB Bayern sind das die richtigen Antworten auf die Herausforderungen einer alternden Gesellschaft.

Stiedl weiter: „Wer sein Berufsleben auf dem Bau, in der Pflege, in der Industrie oder im Schichtdienst verbringt, braucht keine Appelle, einfach länger durchzuhalten. Viele schaffen das schon heute nicht. Ein höheres Renteneintrittsalter mag auf dem Papier einfach erscheinen – aber für viele Beschäftigte ist das nichts anderes als eine Rentenkürzung durch die Hintertür.“

Der aktuelle Rentenreport des DGB Bayern macht deutlich, wie weit die Forderung nach einem immer höheren Renteneintrittsalter von der Wirklichkeit vieler Beschäftigter entfernt ist: Während mit 60 Jahren noch rund 63 Prozent der Menschen in Bayern sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind, sind es mit 66 Jahren nur noch 9,5 Prozent – in Vollzeit sogar lediglich 4,6 Prozent.

Rentenpolitik müsse sich laut Stiedl daher an der Lebensrealität der Beschäftigten orientieren. „Wer heute ins Berufsleben startet, braucht morgen genauso eine verlässliche gesetzliche Rente wie die Menschen, die heute Rente beziehen. Wer ein Leben lang gearbeitet, Kinder erzogen oder Angehörige gepflegt hat, muss sich darauf verlassen können, seinen Lebensstandard auch im Alter halten zu können. Daran muss sich jede Rentenreform messen lassen“, so Stiedl abschließend.

Zu den Empfehlungen der DGB-Rentenkommission: https://www.dgb.de/rentenkommission/

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