Anlässlich des Internationalen Frauentags haben die DGB-Frauen Regensburg zu einer Veranstaltung eingeladen, die Gleichstellung, Demokratie und gesellschaftliche Teilhabe in den Mittelpunkt stellte. Zahlreiche Gäste folgten der Einladung und nutzten den Abend für Austausch, Diskussion und gemeinsames Engagement für eine gerechte Arbeits- und Lebenswelt.
Die Begrüßung übernahm Katja Ertl, Regionssekretärin des Deutschen Gewerkschaftsbundes in der Oberpfalz, stellvertretend für die DGB-Frauen Regensburg. In ihrer Rede ging sie auf die Geschichte des Internationalen Frauentags ein, der seine Wurzeln in der Arbeiterinnenbewegung zu Beginn des 20. Jahrhunderts hat. Frauen kämpften damals für bessere Arbeitsbedingungen, soziale Absicherung und politische Rechte – insbesondere für das Frauenwahlrecht. Diese Verbindung von Frauenbewegung und Gewerkschaften prägt den Internationalen Frauentag bis heute. Gleichzeitig machte Katja Ertl deutlich, dass Gleichstellung weiterhin eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe bleibt. Frauen verdienen im Durchschnitt noch immer weniger als Männer, übernehmen einen großen Teil der unbezahlten Sorgearbeit und sind in vielen Bereichen, in denen Entscheidungen getroffen werden, weiterhin unterrepräsentiert.
In ihrer Rede griff sie auch aktuelle politische Themen auf. Mit Blick auf die anstehende Kommunalwahl betonte sie, wie wichtig politische Beteiligung für Gleichstellung ist. Kommunalpolitik entscheidet über viele Fragen, die den Alltag der Menschen unmittelbar betreffen – von Kinderbetreuung über soziale Infrastruktur bis hin zu Arbeitsbedingungen in kommunalen Einrichtungen. Auch die Betriebsratswahlen waren Thema ihrer Ansprache. Betriebsräte seien ein zentrales Element der sozialen Demokratie im Betrieb, betonte Ertl. Sie sorgen dafür, dass Beschäftigte bei Fragen zu Arbeitsbedingungen, Arbeitszeiten und Gesundheitsschutz mitbestimmen können. Mehr Frauen in Betriebsräten, politischen Gremien und Führungspositionen seien ein wichtiger Schritt für mehr Gleichstellung und stärkere demokratische Mitbestimmung.
Zugleich nutzte Katja Ertl die Gelegenheit, der Oberbürgermeisterin der Stadt Regensburg , Gertrud Maltz-Schwarzfischer, für die Zusammenarbeit und ihr Engagement in den vergangenen Jahren zu danken. In ihrem anschließenden Grußwort griff die Oberbürgermeisterin den Gedanken der politischen Beteiligung auf und rief dazu auf, bei der Kommunalwahl auch bewusst Frauen zu wählen. Eine gleichberechtigte Vertretung von Frauen in politischen Gremien sei ein wichtiger Schritt hin zu mehr Gleichstellung in Gesellschaft und Politik.
Empowernder Spoken-Word-Auftritt von Jessy James LaFleur
Ein besonderer Höhepunkt des Abends war der Auftritt der Spoken-Word-Künstlerin Jessy James LaFleur. Mit ihren kraftvollen und poetischen Texten aus ihrem aktuellen Programm Aufbruch ist weiblich“ gelang es ihr, persönliche Erfahrungen mit gesellschaftspolitischen Themen zu verbinden. Ihre Performance war bewegend, politisch und empowernd zugleich. Sie zeigte eindrucksvoll, wie stark Worte sein können – Worte, die Ungerechtigkeiten benennen, Erfahrungen sichtbar machen und Menschen ermutigen, ihre eigene Stimme zu erheben. Gerade am Internationalen Frauentag wird deutlich, wie wichtig solche Stimmen sind. Denn der Tag steht auch dafür, dass Perspektiven gehört werden, die lange zu wenig Raum bekommen haben.
Gleichstellung braucht politische Beteiligung
Die Veranstaltung fand unmittelbar vor der Kommunalwahl statt – und damit zu einem Zeitpunkt, an dem demokratische Beteiligung besonders sichtbar wurde. Kommunalpolitik entscheidet über viele Fragen, die den Alltag der Menschen direkt betreffen: über Kinderbetreuung, soziale Infrastruktur, Kulturangebote oder Arbeitsbedingungen in kommunalen Einrichtungen. Umso wichtiger ist es, dass Frauen in diesen politischen Gremien gleichberechtigt vertreten sind. In vielen kommunalen Parlamenten liegt der Frauenanteil noch immer deutlich unter der Hälfte. Der Internationale Frauentag erinnert deshalb auch daran, dass politische Teilhabe ein zentraler Schlüssel für mehr Gleichstellung ist.
Der Abend machte deutlich: Der Internationale Frauentag ist nicht nur ein Tag des Erinnerns an die Kämpfe der Frauenbewegung. Er ist auch ein Tag, an dem wir gemeinsam darüber sprechen, wie Gleichstellung weiter vorangebracht werden kann. Als Gewerkschaften setzen wir uns weiterhin dafür ein: für Gleichstellung, gute Arbeit und starke Mitbestimmung – im Betrieb, in der Politik und in unserer Gesellschaft.
Bildnachweis Matthias Jobst