Sechs Forderungen für sechs Jahre: DGB zu Gast beim neuen Oberbürgermeister

Antrittsbesuch im Alten Rathaus – im Mittelpunkt: Azubi-Wohnheim, Tariftreue bei öffentlichen Aufträgen und die Stadt als Arbeitgeberin

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Dachzeile DGB KV Regensburg

Die Vorsitzenden des DGB-Kreisverbands Regensburg, Katja Ertl und Rico Irmischer, sowie der Bezirksgeschäftsführer von ver.di Oberpfalz, Alexander Gröbner, sind zum Antrittsbesuch bei Regensburgs neuem Oberbürgermeister Dr. Thomas Burger im Alten Rathaus zusammengekommen. Burger ist seit dem 1. Mai 2026 im Amt. Die Botschaft, die der DGB während des Kommunalwahlkampfs bereits an die Parteien herangetragen hat, hat nun Einzug im Büro des Oberbürgermeisters gefunden: eine aus dem 3D-Drucker gefertigte Ziffer „6" – symbolisch für die sechs zentralen Forderungen, die der DGB an die kommenden sechs Jahre der Amtszeit knüpft. Die Skulptur wird die Stadtspitze über die gesamte Wahlperiode hinweg an die Anliegen der Beschäftigten in Regensburg erinnern.

Von den sechs Forderungen rückten beim Antrittsbesuch zwei Themen besonders in den Fokus. Das erste: die Schaffung eines Azubi-Wohnheims in Regensburg. „Junge Menschen, die in Regensburg eine Ausbildung beginnen, brauchen bezahlbaren Wohnraum – sonst verliert unsere Stadt als Ausbildungsstandort an Attraktivität", erklärte Ertl. Der DGB-Kreisverband fordert die Gründung eines ehrenamtlich getragenen Vereins, in dem verschiedene Akteurinnen und Akteure aus Stadtgesellschaft und Gewerkschaft zusammenwirken. Eine solche breit aufgestellte Trägerstruktur soll sicherstellen, dass das Wohnheim allen Auszubildenden offensteht und langfristig gesellschaftlich verankert ist.

Das zweite Schwerpunktthema brachte Rico Irmischer in das Gespräch ein: ein kommunales Tariftreue- und Vergabegesetz. Öffentliche Aufträge der Stadt Regensburg sollen künftig nur an Unternehmen vergeben werden, die ihren Beschäftigten tarifliche Löhne und gute Arbeitsbedingungen garantieren. „Wer mit Steuergeld arbeitet, muss faire Löhne zahlen. Tariftreue ist kein bürokratisches Hindernis, sondern ein Bekenntnis zu guter Arbeit – und ein wirksames Instrument gegen Lohndumping und unfairen Wettbewerb", betonte Irmischer. Der DGB sieht in einer entsprechenden kommunalen Regelung einen wichtigen Hebel, um die Tarifbindung in der Region zu stärken und die Stadt als verantwortungsvolle Auftraggeberin zu positionieren.

Alexander Gröbner, Bezirksgeschäftsführer von ver.di Oberpfalz nahm die Stadt Regensburg als Arbeitgeberin und die Zusammenarbeit mit ver.di in den Fokus. „Gute Dienstleistungen für die Bürgerinnen und Bürger gibt es nur mit guten Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten", machte Gröbner deutlich. Er warb für eine verlässliche und auf Augenhöhe geführte Sozialpartnerschaft zwischen Stadtverwaltung und ver.di. 

DGB und ver.di werteten den Antrittsbesuch als sehr guten Auftakt. Mit der symbolischen „6" im Büro des Oberbürgermeisters bleibt sichtbar, woran sich Politik in den kommenden sechs Jahren aus gewerkschaftlicher Sicht messen lassen muss. Die Gespräche zu den weiteren Themen sollen in den kommenden Monaten und Jahren regelmäßig fortgesetzt werden.

Bildnachweis: Stadt Regensburg, Stefan Effenhauser

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