Aktionstag für unseren Sozialstaat

Wir stehen auf gegen eine Politik, die Leistungen kürzt und Arbeitsrechte beschneidet! Mach dich stark mit uns! Für Deine Arbeit. Für Deine Gesundheit. Für Deine Rente.

Das war unser Aktionstag in Nürnberg

BUNDESWEIT GEGEN SOZIALABBAU

Bayern mobilisierte am 26.09.2026 nach Nürnberg!

Rund 25.000 Menschen sind heute zur bayerischen Kundgebung im Rahmen des bundesweiten DGB-Aktionstags „Hart verdient! Deine Arbeit. Deine Gesundheit. Deine Rente.“ nach Nürnberg gekommen. Auf dem Kornmarkt demonstrieren sie für einen starken Sozialstaat und gegen Einschnitte bei der sozialen Sicherheit und den Abbau von Arbeitnehmerrechten.

Bundesweit haben sich rund 175.000 Menschen am DGB-Aktionstag beteiligt.

Bernhard Stiedl, Vorsitzender des DGB Bayern, begrüßt die hohe Beteiligung und sieht darin deutlichen Rückhalt für einen starken Sozialstaat: „25.000 Menschen in Nürnberg und rund 175.000 bundesweit zeigen, wie groß der Unmut über die angekündigten Reformen ist. Viele haben genug davon, dass soziale Sicherheit und hart erkämpfte Schutzrechte immer weiter unter Druck geraten. Wer den Sozialstaat reformieren will, darf die Interessen der Menschen nicht einfach übergehen. An dieser Stimmung darf die Bundesregierung nicht vorbeiregieren.“

Christiane Benner, Erste Vorsitzende der IG Metall und Hauptrednerin der Nürnberger Kundgebung, zieht ebenfalls eine positive Bilanz des Aktionstags: „Was für ein kraftvolles Signal für einen starken Sozialstaat! Gerade in Zeiten des Umbruchs, in denen allzu oft die Unsicherheit um sich greift, ist ein verlässliches, solidarisches soziales Sicherheitsnetz umso wichtiger. Ich habe heute in Nürnberg Zehntausende Menschen erlebt, die sich genau dafür stark gemacht haben. Das macht Mut, das gibt Zuversicht! Danke an alle Kolleginnen und Kollegen, die heute mit uns in ganz Deutschland auf der Straße waren – wir kämpfen weiter!“

Aufruf zum Aktionstag

Aufruf zum Herunterladen

Kernaussagen unserer Kampagne

Reformen ja - aber ohne Kahlschlag

„Reformen“ klingen meist harmlos, bedeuten in der Praxis aber oft, dass Leistungen gekürzt, Eigenanteile erhöht und die Menschen zur privaten Vorsorge aufgefordert werden. Damit tragen alle, die keine Spitzenverdiener*innen sind, ein höheres Risiko. Der Sozialstaat steht massiv unter Beschuss. Arbeitgeber und Teile der Politik fordern Kürzungen bei Rente, Gesundheit und Pflege sowie mehr Flexibilität bei der Arbeitszeit. Sie behaupten, der Sozialstaat sei „aufgebläht“ und „nicht mehr finanzierbar“. Das ist nicht nur falsch, sondern auch gefährlich. 

Der Sozialstaat ist kein Luxus, sondern das Fundament unserer Demokratie und die beste Idee, die wir je hatten. Ja, wir brauchen Reformen, aber an den richtigen Stellen. Statt Leistungen zu kürzen, muss der Sozialstaat besser werden: einfacher Zugang, schnellere Hilfe, bessere Beratung. Die wahren Probleme liegen nicht bei den Leistungsempfänger*innen, sondern bei fehlenden Investitionen und ungerechter Besteuerung. Kurz: Wir wollen den Sozialstaat verbessern, statt ihn abzubauen, damit Solidarität im Alltag spürbar bleibt.

Rente muss zum Leben reichen

Wer jahrzehntelang gearbeitet hat, braucht eine Rente, die zum Leben reicht. Darum setzen wir auf eine starke gesetzliche Rente statt Kürzungen durch die Hintertür. Ein höheres Rentenalter lehnen wir ab, denn gerade in belastenden Berufen können viele nicht bis zur Regelaltersgrenze arbeiten. Denn es bedeutet nicht nur „länger arbeiten“, sondern auch mehr Druck auf die Gesundheit, mehr Unsicherheit bei Erwerbsminderung und für viele eine reale Lücke. 

Wir wollen das Rentenniveau bei 48 Prozent sichern und schrittweise auf mindestens 50 Prozent anheben. Wie das finanziert werden soll? Durch starke Einnahmen: gute Löhne, mehr Tarifbindung, weniger prekäre Jobs und höhere Beschäftigung. Wer mehr Menschen ordentlich beschäftigt und gut bezahlt, stabilisiert die Rentenkasse.

Gesundheit ist Daseinsvorsorge

Gesundheit darf nicht vom Geldbeutel abhängen. Wer Hilfe braucht, muss sie bekommen, unabhängig vom Einkommen. Wenn Menschen Termine und Versorgung von Status oder Zusatzgeld abhängen, entsteht eine Zwei-Klassen-Medizin. 

Wir wollen ein System, das nach medizinischem Bedarf funktioniert und für alle erreichbar bleibt. Dazu gehören ausreichend Fachkräfte, bessere Arbeitsbedingungen, mehr Zeit für Patientinnen und Patienten und eine Finanzierung, die solidarisch ist. Eine Bürgerversicherung, in die alle einzahlen, ist dafür ein zentraler Schritt. Und: Öffentliche Mittel müssen in Qualität und Versorgung fließen, nicht in Rendite.

Entlastung statt Pflegekrise

Pflege darf nicht arm machen und Angehörige überlasten. Hohe Eigenanteile und Personalmangel bedeuten: Menschen zahlen drauf, Angehörige müssen einspringen, Beschäftigte brennen aus. Viele Familien stemmen die Pflege zusätzlich zur Arbeit, was oft große finanzielle und gesundheitliche Folgen hat. Das ist weder würdig noch zukunftsfähig.

Wir wollen Pflege als verlässliche Daseinsvorsorge. Eigenanteile müssen wirksam begrenzt werden, damit Hilfe bezahlbar bleibt. Gleichzeitig braucht es bessere Arbeitsbedingungen: mehr Personal, faire Bezahlung, verlässliche Dienstpläne und eine gute Ausbildung. Pflegende Angehörige brauchen Entlastung, Beratung und eine soziale Absicherung, damit die Pflege nicht zur Dauerkrise wird. Gute Pflege schützt Menschen, Familien und den Arbeitsmarkt.

Arbeitszeit ist Lebenszeit

Der Acht-Stunden-Tag ist Gesundheitsschutz und ein Stück Freiheit. Wer das Arbeitszeitgesetz aufweicht, macht überlange Arbeitstage leichter und schwächt Mitbestimmung. So wird aus Flexibilität schnell Dauerstress. Regelmäßig sehr lange Tage erhöhen Fehler, Belastung und Krankheitsausfälle. Für viele wird Vereinbarkeit dann noch schwieriger, besonders mit Kindern oder Pflegeverantwortung.

Flexibilität kann sinnvoll sein, aber nur, wenn sie fair geregelt ist. Spielräume gibt es schon heute über Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen. Entscheidend sind Mitbestimmung, Ausgleich, verlässliche Ruhezeiten und Zuschläge für Mehrarbeit. Wo Tarifbindung fehlt, bleibt das Gesetz die wichtigste Schutzlinie. Moderne Arbeitszeitpolitik heißt mehr Souveränität für Beschäftigte statt ständiger Verfügbarkeit.

Daten und Fakten zum Sozialstaat

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