Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 03/2020 - 03.02.2020

100 Jahre Betriebsrätegesetz – DGB Bayern unterstreicht Wert der Mitbestimmung

Jena: „Betriebsräte machen den Unterschied!“

Mit dem Erlass des Betriebsrätegesetzes am 4. Februar 1920 wurde in Deutschland erstmals eine gewählte Interessenvertretung der Arbeitnehmer rechtlich verankert. Damit gilt dieses Gesetz als Vorläufer des Betriebsverfassungsgesetzes (BetrVG), in dem heute, 100 Jahre später, die Regelungen zur Mitbestimmung im Betrieb festgeschrieben sind.

Anlässlich dieses Jubiläums hebt Matthias Jena, Vorsitzender des DGB Bayern, die Bedeutung dieses Gesetzes hervor: „Auch wenn das Gesetz aus heutiger Sicht einige Schwächen hatte, so bildet es doch die Grundlage für die betriebliche Mitbestimmung, wie wir sie heute kennen. Denn klar ist: Betriebsräte machen den Unterschied. Wo sie aktiv sind, haben die Beschäftigten bessere Arbeitsbedingungen und weniger Sorge, ihren Arbeitsplatz zu verlieren. Es gibt weniger unbezahlte Überstunden, geringere Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern und bessere Möglichkeiten, Familie und Beruf in Einklang zu bringen.“

All das habe Jena zufolge positive Auswirkungen auf die Zufriedenheit der Beschäftigten, was wiederum Vorteile für die Unternehmen mit sich bringt: „Es ist ja kein Geheimnis, dass zufriedene Mitarbeiter auch motivierter, innovativer und produktiver sind. Zudem haben Betriebe, in denen sich die Beschäftigten einbringen können und ihre Interessen respektiert werden, in der Regel weniger Probleme, ihre Beschäftigten zu halten oder offene Stellen zu besetzen. Das ist ein nicht zu verachtendes Pfund in Zeiten des Fachkräftemangels“, betont Jena.

Mit Unverständnis reagiert Jena daher auf die Bestrebungen vieler Betriebe, die Arbeit des Betriebsrats zu erschweren oder gar die Wahlen zu verhindern. „Das sogenannte ‚Union Busting‘ hat bei vielen Arbeitgebern leider noch immer Hochkonjunktur. Dabei werden sie oftmals von Anwaltskanzleien und Detekteien unterstützt, die daraus ein eigenes Geschäftsmodell entwickelt haben – mit Methoden, die an Psychoterror und Mobbing grenzen“, kritisiert Jena.

Immer wieder würden Betriebsratsmitglieder bedroht, verunglimpft, ausspioniert und anschließend vor Gericht gebracht. Jena sieht darin einen gezielten Versuch, die Belegschaft zu spalten und die Betriebsräte zu zermürben. „Dabei ist die Behinderung von Betriebsratsarbeit kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat. Wir werden uns weiterhin mit aller Macht dafür einsetzen, dass diesen Saboteuren schnellstmöglich das Handwerk gelegt wird“, so Jena abschließend.


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